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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Weltliteratur der besonderen Art,
Rezension bezieht sich auf: Justine oder Vom Missgeschick der Tugend (Taschenbuch)
Ich habe mittlerweile insgesamt drei Werke de Sades gelesen. Und ich kann denjenigen, die ein Werk de Sades lesen wollen, nur empfehlen, mit diesem zu beginnen. Es ist ein verhältnismäßig "harmloser" Roman, welcher an mancher Stelle noch einigermaßen erotische Passagen enthält.De Sade ist bekannt für seine äußerst detailreichen Schilderungen der sexuellen Handlungen, doch sei hier eine seiner bekannten Neigungen als Warnung angebracht: Er verachtete den Mord aus niederem Grund, lobpreiste jedoch den Mord aus sexueller Lust. Und in diese Richtung stark tendierend, ist diese Lektüre somit nichts für empfindsame Nerven und auch denjenigen, die nur nach einem erotischen Kick (normaler sexueller Neigungen) aus sind, sei von diesem Buch abzuraten. Das Werk selbst ist hervorragend geschrieben. Man erhält Einblick in die Phantasien de Sades, die aber in seinen anderen Werken noch deutlicher, ja drastischer und grausamer zur Geltung kommen. Fazit: Ein Buch, dass man gelesen haben sollte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
36 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auch nach 200 Jahren lesenswert,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Justine (Gebundene Ausgabe)
Eines vorneweg: "Justine" ist genausoviel oder -wenig "Pornographie" wie Henry Miller's viel späteres "Opus Pistorum". In mancher Hinsicht damit vergleichbar, jedoch um vieles ehrlicher als "Müllers Werk". Während es Miller laut eigener Aussage vor allem um's Geldverdienen ging, liegen de Sade's Beweggründe tiefer: Ein Mann, der 27 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht hat, verzweifelt entweder an der Gesellschaft, die ihn dorthin verbannt hat, er verändert sie (wenn er kann) oder er entflieht ihr in seine Phantasien und schreibt diese nieder, wenn er es nicht kann. De Sades Schriften jedenfalls haben überdauert. So wenig es im Leben de Sades "Gerechtigkeit" gegeben hat, so wenig von ihr ist auch in diesem Roman vorhanden. Das Gute im Menschen wird darin nicht belohnt - im Gegenteil: die verdorbenen "Bösen" besiegen und demütigen die "Guten"; und zwar ungestraft (und dazu anschaulich bis erregend geschildert). Je verkommener ein Charakter dem Leser anfangs erscheint, desto bereicherter und befriedigter geht er am Ende aus den Geschehnissen hervor. Die guten Charaktere bleiben sämtlich auf der Strecke (tot, geschändet, verstümmelt). Der Erzähler bleibt auf beinahe ironischer Distanz; das erinnert mich persönlich positiv an Burgess' "A Clockwork Orange" (Heyne TB). Wer allerdings einen feingeistigen Abscheu gegen Körpersubstanzen wie Blut oder Kot hegt, oder gegen anschauliche Schilderungen der Vorgänge, durch die man sie ans Tageslicht befördern kann, der spart sich auch nach über zweihundert Jahren besser den Kaufpreis. Fazit: Ein bitterböses und trotzdem zuweilen tröstliches Stück Literatur, von dem Weicheier lieber die Finger lassen sollten. Und, liebe Kinder: nicht zu Hause nachmachen!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Starkes Werk,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Justine oder Vom Missgeschick der Tugend (Taschenbuch)
In "Mißgeschick der Tugend" erzählt De Sade eine Geschichte vergleichbar mit dem des "Neuen Testaments". Wie Jesus erfährt seine Heilige Justine für ihren tugentsamen, gottesfürchtigen und selbstlosen Dienst an ihren Nächsten Bosheit, Verfolgung und zum Schluß den Tod. Dabei steigert sie sich mit der Grausamkeit ihrer Schänder in ein Ideotie der Selbstverleugnung hinein, die nur kurz vor ihrem Tod, wie bei Jesus mit den Worten "Mein Gott warum hast du mich verlassen?", von ihrer Einsicht, daß Güte in der Welt in der sie lebt, einzig mit Niedertracht und Gemeinheit vergolten wird, erhellt wird. Anders als z.B. in De Sades "Schule der Ausschweifung" kommt den Gewaltausbrüchen der Protagonisten in diesem Buch jedoch weniger Bedeutung zu. Vielmehr bilden deren umfassenden, philosophischen Erklärungen, die sie zur Rechtfertigung ihrer egoistischen Handlungen heranziehen, das Herzstück der "Justin". Bei aller Kritik an einigen brutalen Szenen des Buches, die den moralischen Feingefühl so manches Lesers entgegenlaufen könnten, halte ich die meisten Betrachtungen der vielen Deliquenten in De Sades Welt für absolut plausibel und deren Schlußfolgerungen für gerechtfertigt. Es steht jedoch zu guter letzt dem mündigen Leser zur Entscheigung, ob die absolut freie Welt des Herrn De Sade auch die seinige ist, oder auch nicht! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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