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Auf der Suche nach Arbeit und Menschen, die ebenfalls den Pfad der Tugend beschritten haben, trifft Justine auf viele Menschen.
Justine, immer auf der Suche nach Tugend, Zuneigung ist ein sehr leichtgläubiges Wesen, die sehr schnell Vertrauen fasst. Auf ihrer Reise durch ganz Frankreich trifft sie auf viele Menschen, mit etwas eigenartigen Vorlieben: Sodomie, Sadismus, Inzest, pedophilen Neigungen, Vergewaltigungen, Morde und ewige Qualen.
Justine, die zu tugendhaft ist, um selbst ein Verbrechen zu begehen und sich selbst damit aus ihren misslichen Lagen zu befreien, findet jedoch erstaunlicherweise immer wieder einen Ausweg und lernt die nächste Person, die sie ausnützt und einsperrt, sie vergewaltigt, markiert, verletzt.
Im Buch werden die Szenen sehr deutlich beschrieben, wie die Männer die Frauen und Männer vergewaltigen, junge Männer oder Kinder langsam gequält und misshandelt werden, während ihre Peiniger dabei höchsten Genuss empfinden und sich ergießen.
Frauen, als verachtenswertes Geschlecht angesehen, werden allen nur erdenklichen und sicherlich perversen Qualen ausgesetzt.
Mein Fazit:
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Eigentlich hat mich das Buch zutiefst geschockt, jedoch ist es teilweise sehr faszinierend zu lesen, wie die Menschen ihre Taten rechtfertigen und Justines Argumente und Tugenden einfach widerlegen.
Nichtsdestotrotz ist das Buch nichts für schwache Nerven und ich kann nicht genau sagen, ob es lesenswert ist, denn ich weiß es selbst nicht, obwohl ich es gelesen habe.
Faszinierend fand ich übrigens den Schreibstil und die Ausdrucksweise der einzelnen Personen, die Justine trifft. Es ist sehr interessant, die Argumentationen zu verfolgen, mit denen Justine von ihrer Art zu leben abgebracht werden soll.
Besonders brutal die Klosterszenen: Im Lebenslauf des Herrn de Sade ist zu ersehen, dass auch er eine Zeit seiner Kindheit im Kloster verbringen musste.
Es ist schwierig, die Bedeutung der "Tugend" in der damaligen Zeit nachzuvollziehen und zu erkennen, welchen "Auswüchsen" auch der Klerus unterworfen war.
Führt übermäßige Tugend zum Exzess? War de Sade nun ein Vorreiter einer neuen Gesellschaft - nur mit einem drastischen Konzept für seine Publikationen - oder einfach ein hirnrissiger Perverser, oder ein Opfer, das sich während des Schreibens seiner kontroversen Gedanken "erleichterte"?
Erst einmal ist dies ein erschütterndes Werk für allem für mich, als Frau in der heutigen Zeit.
Bei genauem Hinsehen jedoch nur bedingt. Wird ein Kind Opfer, kann man es in jeder Hinsicht prägen, auch dies ist heute noch nach den vielen Kindesmisshandlungen sichtbar.
Herr de Sade argumentiert mit ständiger Rechtfertigung der Taten, auch er war ein Kind, geprägt in seiner Zeit.
Das Werk ist möglicherweise "von einer einseitigen" Prägung des Autors durchzogen, dennoch ist es Zeuge der Zeit in der es geschrieben wurde:
Das "Sichversteckenmüssen" fördert den Zwang, Verbotenes zu tun und den Genuss daran.
Resultat: Der Genuss schrumpft - bis das Töten nicht einmal mehr ausreicht, selbst dies wird mechanisch. Abstumpfen und Frustration der Täter sind die Folge.
Dadurch lassen die Übeltäter in ihrer Hingabe Einiges vermissen:
Den Genuss, den wir heute freiwillig und offen empfinden dürfen und der die brutale Gewalt zum Glück unnötig macht!
Das Werk ist bemerkenswert, die Intention allerdings nicht immer klar zu erkennen. Tugend oder abgestumpfte Brutalität? Zum Glück gibt es einen Mittelweg. So extrem das Werk mit seinen Litaneien ist, für mich war es stellenweise lehrreich.
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