Mit diesem ersten Teil der Justifiers Reihe kommt man zurück in das bereits von Markus Heitz mit seinem Buch "Collector" aufgebaute Universum. Aber auch ohne Vorkenntnisse lässt sich das Buch sicher lesen, man kennt dann zwar nicht die Hintergründe dieser Welt und was es z. B. genau mit den gezüchteten Betas auf sich hat, aber für das Verständnis des Abenteuers an sich, ist das nicht unbedingt nötig, finde ich, auch wenn es schon mehr Spaß macht, dieses Hintergrundwissen zu haben.
Ich habe die Geschichte oben Abenteuer genannt, weil für mich der Schwerpunkt darauf liegt. Die Geschichte ist sehr actionreich und hat ein schnelles Tempo. Es wird viel gekämpft, es gibt Verfolgungsjagden, Hinterhalte und gefährliche Stunts. Dabei muss ein unbekannter Dschungel durchkämmt werden, der grausame Geschöpfe beherbergt, sich mit fortschreitender Nahrungs- und Wasserknappheit auseinandergesetzt werden und gleichzeitig noch ein Portal repariert werden, das die einzige Rettung für den Weg nach Hause darstellt. Dazu kommt noch, dass der unbekannte Feind sich als übermächtig herausstellt und die Überlebenschancen der kleinen Truppe mit der Zeit gegen Null gehen, vor allem, da der Autor nicht zimperlich mit den Charakteren umgeht und man sich auch mal von dem ein oder anderen verabschieden muss. Das wir alles sehr abenteuerlich beschrieben.
Der Planet, die Welt und die Personen selbst kommen dadurch etwas kurz. Man lernt letztere nur oberflächlich kennen und es bleibt keine Zeit, mehr in die Tiefe zu gehen. Das ist einerseits schade, denn es fehlte mir etwas die Beziehung, bzw. die emotionale Bindung, die ich immer gerne mit einzelnen Personen eingehe, aber andererseits passte es natürlich zum schnellen Stil der Geschichte. Am Ende war es dann zwar schon so, dass ich auch gerne weitere Erlebnisse der Figuren lesen würde, aber so wie ich es verstanden habe, handelt jedes Justifiers-Buch von neuen Abenteuern mit neuen Charakteren, und so gesehen ist es dann auch nicht schlimm, wenn man gar nicht erst so viel Nähe aufgebaut hat.
Die Geschichte selbst war durchaus spannend zu lesen, auch wenn ich ein bisschen das Science-Fiction-Feeling vermisste. Abgesehen von den erwähnten technischen Waffen, sonstigen Gegenständen, dem Beta und natürlich der Erwähnung, dass man sich auf einem fremden Planeten befindet, hatte ich meist nicht das Gefühl, auf eben einem solchen zu sein. Die Landschaft war ein großer Dschungel, durch den man sich kämpfen musste. Die Tiere, Pflanzen und Bestien wirkten zwar fremd, aber ich empfand sie meist mehr als "exotisch fremd". Für mich fühlte es sich oft an, als wäre es ein normales Abenteuer in einem fremden exotischen Land, wo sich zwei feindliche Parteien miteinander schlagen. Deshalb kann ich den Roman grundsätzlich auch gut Nicht-Science-Fiction Lesern empfehlen.
Am Ende des Buches gibt es noch eine Kurzgeschichte von Markus Heitz, die mir sehr gut gefallen hat und die in den weiteren Justifiers-Büchern dann jeweils fortgesetzt wird.