Weil METALLICA eine bemerkenswert offene Band ist, ist die Fuelle an Veroeffentlichungen geradezu ueberwaeltigend, jedoch gilt dies meiner Meinung nach nicht fuer verlaesslichen/interessanten Quellen. Dieses Buch zaehlt definitv zu den letzteren. Wer einen detaillierten Abriss ueber die Bandgeschichte moechte, wird hier sicherlich befriedigt, und aufgrund der uebersichtlichen chronologischen Anordnung der Kapitel taugt es bestimmt auch als eine Art Nachschlagewerk. Was mich jedoch an dem Buch stoert ist, dass gerade beim besprechen der Alben zu sehr die persoenliche Meinung des Autors durchschimmert (oder vielmehr strahlt). Natuerlich kann man die Hoehen und Tiefen von METALLICA grundsaetzlich nur verstehen, wenn man auch die Alben in gewisser Weise analysiert und auch kritisiert, jedoch bleibt es dabei allzuoft bei flachen Formulierungen und subjektiven Einschaetzungen. Dieses und jenes Lied sei ein "crowd pleaser", dieses und jenes sei "dull and boring". Das sind Formulierungen, die fuer einen Leser, der sich mit der Band in einer gewissen Tiefe befassen moechte, recht wertlos sind. Er betont immer wieder, wie sehr die Load/Reload Alben und natuerlich St.Anger das Lager der Metallicafans spaltet, jedoch schlaegt er sich danach immer wieder allzugerne auf die Seite der Enttaeuschten, ohne jedoch seine eigene credibility zu staerken. Was dann aber wieder positiv hervorzuheben ist, ist dass gelegentlich mehrere gegensaetzliche Blickwinkel eingenommen werden, die das ganze wieder etwas relativieren. Unterm Strich finde ich, dass der Autor seine eigene Meinung ein wenig zu wichtig nimmt, aber wer mit offenen Augen und eingeschalteten Gehirn dieses Buch liest, wird mehr als zufrieden sein.
(Ich habe das englische Buch gelesen, ueber die Qualitaet der Uebersetzung kann ich nichts sagen.)