Es dürfte wenige geben, die von der Band Metallica noch nie etwas gehört haben. Mit ihrer Musik sehr vertraut, hatte ich mich nie ausgiebig mit der Band selbst und ihrer Entstehung beschäftigt. Als ich dann dieses Buch durch Zufall entdeckt hatte, dachte ich mir, dass man dies auch mal ändern könnte.
Anfangs las sich auch alles sehr interessant und informativ, doch ab der Hälfte ging es mit dem Informationsgehalt steil bergab und es verlor sich in der typischen Stimmungsmache, die man in jedem Musikforum liest, wenn es um Metallica geht.
Aber der Reihe nach...
Das erste was auffällt, und ein ziemliches Problem darstellt, ist, dass der Autor mit niemanden von der Band, außer Jason Newsted, oder aus dem familiären Umkreis gesprochen hat. 95% der Informationen, die man hier findet, stammen aus Zeitungsinterviews der damaligen Zeit. Für Neulinge wie mich sicher interessant, aber wer Fan der ersten Stunde ist und sich schon ausgiebig mit der Band beschäftigt hat, wird hier mit großer Wahrscheinlichkeit keine neuen Infos finden. Auf die gleiche Art kommen auch andere Musiker zu Wort. Anstatt sich selbst mit Ihnen zu unterhalten, werden einfach ein paar Zitate aus irgendwelchen Interviews zusammengesucht.
Zwischendrin versucht der Autor gewisse Mythen aufzulösen, wie zum Beispiel "Master of Puppets ist das beste Album überhaupt" oder "Ohne Cliff Burtons Ableben hätte sich die Band in eine ganz andere Richtung entwickelt". Die Meinungen des Autors sind stellenweise sehr interessant, aber gerade bei diesen Passagen kommt das zweite große Problem, welches ich mit diesem Buch habe, zum tragen. Man merkt sehr schnell, dass es sich hier um die Meinungen von jemanden handeln, welcher der alten Schule angehört, die alles verteufelt, was moderner ist und am liebsten noch immer in den 80er leben würde. Man wird zwar immer als jemand "mit einem offeneren Musikgeschmack" beschreiben, wenn man zu denen gehört, die Metallica nicht sofort wegen ihrer Kommerzialisierung verteufelt und auch auf moderne Musik steht, aber manche Kommentare fahren häufig auf der "Ihr habt keine Ahnung von Musik" Schiene. Sicher, jeder hat seine Meinung und das Recht sie zur Aussprache zu bringen, aber mir als Leser hat das überhaupt nicht gefallen, und stellenweise hatte ich keine große Lust mehr weiter zu lesen.
Fazit:
Neulinge, die erst vor kurzen erste Erfahrungen mit der Band gesammelt haben, dürften durch das Buch das nötigste Hintergrundwissen erhalten können. Hardcore Fans, die eh jedes Interview lesen, können das Buch getrost im Regal stehen lassen, da sich die Recherchen des Autors in meinen Augen auf ein absolutes Minimum beschränkt haben, und gerade bei einem Buch, was angeblich die Wahrheit ans Licht bringt, ist das verdammt wenig.