Die neue CD von KC ist gut, soviel im Voraus (sie wird mit jedem Mal hören immer besser). Wer allerdings wieder eine Party-CD mit viel Beachfeeling erwartet, sollte die Finger davon lassen. Davon, muß ich sagen, hat KC in letzter Zeit genug gemacht und ich habe mich schon gefragt, wie lange er das noch durchziehen will. Nichts dagegen, sind sehr schöne Songs und Alben geworden. Nach einer Weile fragte ich mich allerdings, ob er nicht auch tiefgreifendere Songs zustande bringen kann, als immer nur Collegeparties, Bier und Strandleben. Auch auf Poets & Pirates findet man solche Songs (Never wanted nothing more, Got a little crazy, Shiftwork), aber überwiegend sind nachdenklichere Themen angesprochen. Hier im Einzelnen:
- Never wanted nothing More: Von dem Verlangen nach dem ersten Auto, dem ersten Mal, heiraten und religös zu werden.
- Don't Blink: Ein Ohrwurm, der einem vor Augen führt, wie schnell das Leben an einem vorbeizieht. Wer Kinder hat, weiß das und kann nur zustimmend nicken.
- Shiftwork: Duett mit George Strait. Gut, witzig, könnte man aber noch mehr draus machen (mit einem anderen Song).
- Just not today: Ein Song über Jugend und das Wissen, dass die Unbeschwertheit irgendwann ein Ende hat, aber eben nicht ausgerechnet heute..
- Wife and Kids: Ein sehr persönlicher Song über den Traum, die Richtige zu finden und ein normales Leben zu führen.
- Got a little Crazy: Ein One-Night-Stand und der Filmriss am Morgen danach.
- Better as a Memory: Ein wahnsinnig ehrlicher Song über sich selbst und seine Unzulänglichkeiten in einer Beziehung.
- Dancin' for the Groceries: Story über eine Stripperin und ihre Beweggründe. Man macht, was man machen muß um zu überleben.
- Wild Ride: Ein sehr ungewöhliches Stück. Man braucht eine Weile, um es zu mögen. Für mich ein wenig zu merkwürdig. Künstlerisch aber top.
- Scare Me: Die Unsicherheit, die man spürt, wenn man merkt, das man wirklich, richtig verliebt ist.
- Demons: Hier geht's um Dinge, von denen wir alle besessen sind, sei es Alkohol, Depressionen, Drogen, etc. Jeder hat irgend etwas, was er mit sich herumträgt, wovon er nicht lassen kann oder das einen nicht loslässt.
Meine perönlichen Favoriten sind Don't Blink, Never wanted nothing more, Wife and Kids, Better as a Memory, Dancin' for the Groceries. Nahezu alle Songs regen zum Nachdenken an und sind keine Gute-Laune-Macher.
Nur eines macht mich stutzig: Thematisch widersprechen sich Wife and Kids und (einen Song später) Got a little Crazy. Was er sich dabei wohl gedacht hat?
Ein ruhiges, nachdenkliches, reifes Album. Toppen kann es für mich "Live: Live those Songs again" trotz allem nicht.