Also der Film ist Wahnsinn! ergreifend und sowohl politisch wie auch persönlich unheimlich (teilweise geradezu erschreckend) realistisch, streckenweise hat man das Gefühl, ein Familienvideo zu sehen, so natürlich agieren die Schauspieler.(viele sind Laienschauspieler, d.h., standen das erste Mal vor einer Kamera)
Wer allerdings eine erfrischend leichte Liebeskomödie erwartet, sei hier gewarnt: dies ist ein ernstzunehmendes Drama, geht einem richtig nah, natürlich gibt es auch ein paar Lacher oder bringt einen mal zum Schmunzeln, es ist auch trotz aller Probleme mit einer gewissen Leichtigkeit erzählt, also keine tristen Farben und Dauer-Depri-Stimmung.
Nichtsdestotrotz ist eben nicht alles heile Welt und die Liebe der krönende Abschluß.
Hier fangen die Probleme mit Mann, Frau, Liebe und zwei Religionen erst an. Und dabei kann man doch immer beide verstehen; sie, die katholische moderne Frau, ihn, der sich in zwei Kulturen bewegt und doch immer der "Pakistani" bleibt, ja sogar seine strengbuddistische Familie, die beiden zum Teil wirklich übel mitspielt, in der festen Überzeugung, dass einzig Richtige zu tun.
Das eigentliche Problem sind weniger die Religionen, als die Menschen, die sie für ihre Zwecke missdeuten u. -brauchen.
Und wenn er ihr zum Schluß (nach einem Zerwürfniss mit seiner Familie) hinterherrennt, da er zu ihr stehen u. bei ihr bleiben will, ist dies allenfalls ein offenes Ende; für den Moment hat er sich für sie entschieden, doch wie es wirklich weitergeht, bleibt der Fantasie überlassen:
immerhin musste sie ihre erzkonservative Schule und er seine Familie verlassen, und all das nur, weil sie offen ihre Beziehung leben wollen, anstatt faule Kompromisse einzugehen.
Was kann an Liebe überhaupt falsch sein?
Ein Film, der viele Fragen offen und einen selbst nachdenklich bleiben lässt.
An dieser Stelle seien nochmal wärmstens die Extras empfohlen, allem vorran das lange, jedoch äußerst interessante Interview mit dem faszinierenden Regisseur.