Nun haben wir unsere Impressa fast zwei Jahre. Nach einigen Experimenten mit dem Mahlgrad, der Kaffeemenge und der Kaffeesorte sind wir mit dem Kaffee und der Maschine ganz zufrieden. (Wir trinken häufig Kaffee, seltener Espresso).
Was mich jedoch immer ein wenig ärgert, sind die teuren Reinigungs- und Entkalkungstabletten, die in der Herstellung wirklich nur wenige Cent kosten und für ein Schweinegeld verkauft werden.
Außerdem dauern der Entkalkungs- und Reinigungsvorgang ziemlich lange.
Man kann ihn ja nicht selbständig laufen lassen, denn es muss ja immer wieder mal ein Knöpfchen gedrückt, oder ein Gefäß entleert werden. Und wehe, man drückt versehentlich einen falschen Knopf, oder man schiebt das Trestergefäß ein paar Sekunden zu früh in die Maschine, dann hilft nur noch ein Anruf beim Kundendienst.
Na ja, bis vor kurzem waren wir, wie gesagt, ganz zufrieden. Der Kaffee schmeckt gut und ist bekömmlicher als der frühere Filterkaffee.
Plötzlich kam aber der Kaffee nicht nur aus den zwei Düsen, sondern auch hinter dem höhenverstellbaren Kaffeeauslauf hervor. Die Düsen dürften eigentlich nicht verstopft sein, da ich die Maschine erst kürzlich gereinigt habe. Also dachte ich, dass ein Schlauch abgegangen, oder irgendwie undicht sei.
Als alter Servicetechniker wollte ich mir das Gerät mal von innen ansehen.
Hier fing dann schon der Ärger an: Die Maschinenteile sind mit verschiedenen unüblichen Schrauben verbunden, so dass der normale Heimwerker keine Chance hat, das Gerät zu öffnen (Jura will ja schließlich auch am Service verdienen).
Ich habe etwas Spezialwerkzeug, und so gelang es mir, das Gerät zu öffnen.
Das erste, was mir auffiel, war der Auslauf der Mahlvorrichtung. Hier bleibt nach dem Mahlen eine nicht unwesentliche Menge Mahlgut bis zum nächsten Einsatz liegen und verliert sicher an Aroma. Das ist verbesserungswürdig!
Dann sah ich etwas Erstaunliches: Ich hatte mir vorgestellt, dass von der Brüheinheit bis zum Auslauf ein hygienisch-geschlossenes System besteht, also wahrscheinlich ein Schlauch oder ähnliches. Es gibt tatsächlich ein Stück Schlauch, welches aber vor einem offenen Schacht endet, an dessen unterem Ende die Auslauföffnungen sind.
Dieser Schacht war stark mit glibberigem braunem Zeugs verschmutzt und etwas oberhalb, wo beim Reinigen keine Flüssigkeit hinkommt, hatte sich Schimmel gebildet. Das ist ekelhaft!
Jetzt war mir aber auch klar, warum der Kaffee hinter dem Schieber an der Front herunterlief. Die Auslauföffnungen waren teilweise verlegt, und so hatte sich der Kaffee einen anderen Weg gesucht.
Da der 'höhenverstellbare Kaffeeauslauf' beim Reinigungsvorgang offensichtlich nicht einwandfrei gereinigt wird, sollte dieser zumindest abnehmbar sein, so dass man ihn von Hand säubern kann.
Ich möchte Ihnen nicht die Lust am Kaffeetrinken nehmen, aber Sie doch über diese Fakten informieren. Auch möchte ich hiermit kein Qualitätsurteil abgeben, denn ich habe keine Vergleichsmöglichkeit zu Kaffeemaschinen anderer Hersteller.
Wer seinen Kaffee mit Genuss trinken möchte, sollte vielleicht generell sein 'Schmuckstück' regelmäßig reinigen lassen.