Unsere Jura F70 ist nun 2 Jahre alt und hat knapp 5000 Kaffeebezüge hinter sich. Während dieser Zeit wurde sie 2 x von Jura instandgesetzt.
Nach ca. 7 Monaten und 1500 Bezügen arbeitete die Mechanik der Brüheinheit derart schwergängig, dass die Maschine mehrere Anläufe benötigte, um wieder in die Ausgangstellung zu kommen. Grund hierfür sind die verbauten O-Ringe an den Kolben der Brüheinheit. Aus technischer Sicht müssten hier Dichtlippenringe verwendet werden, da die verwendeten O-Ringe nur zur statischen (nicht bewegten) Abdichtung geeignet sind. Jura und die anderen Hersteller können so regelmäßig teuere Wartungsarbeiten erzwingen. In unserem Fall und nach einem entsprechendem Schreiben an Jura wurde die Maschine jedoch kostenfrei und schnell (5Tg. incl. Postweg) auf Kulanz instandgesetzt.
Nach ca. 15 Monaten und knapp 3000 Bezügen arbeitete die Mechanik der Brüheinheit nun abermals schwergängig. Hinzu kam, dass ein Teil der Displaysymbole nicht mehr leuchtete. Nach einem entsprechend ärgerlichem Mail an Jura wurde die Maschine noch einmal kostenfrei und anstandslos innerhalb 1 Woche instandgesetzt. Eine Auflistung der geleisteten Arbeiten und Ersatzteile wurde uns jedoch nicht mitgeteilt. Außerdem wurde auf die von uns hingewiesene Problematik der O-Ringe von Jura in keiner Weise eingegangen!
Nach ca. 20 Monaten und 4000 Bezügen war die Mechanik nun wieder schwergängig. Vermutlich wurden die O-Ringe beim letzten mal nur gefettet und nicht ausgetauscht. Da die Garantiezeit nun fast vorüber war, entschlossen wir uns die O-Ringe gegen Dichtlippenringe zu ersetzen. Die knapp 50 Euro Investition für das Einbauset ist sicherlich überteuert, doch die zu erwartende Lebensdauer dürfte im Vergleich fast unbegrenzt sein, da im Gegensatz zu den O-Ringen hier erheblich weniger Reibung (=Verschleiß) bei der Dichtarbeit entsteht. Der Einbau wird mit einer gut bebilderten .pdf-Datei erleichtert, erfordert aber etwas technisches Geschick und ist auch für Laien machbar.
Die Juramaschine war danach nicht wieder zu erkennen. Der Arbeitsablauf ist bis heute sehr leichtgängig und auch schneller. Mit den original verbauten O-Ringen wäre bei geringer Nutzung nach jeweils ca. 1000 Bezügen und bei intensiver Benutzung nach jeweils max. 2000 Bezügen eine vorsätzlich gewollter und teuerer (min.50-100 Euro) Austausch der O-Ringe fällig! Das verteuert die ohnehin sehr teuere Kaffeemaschine bei jedem Austausch nochmals erheblich.
Nun aber zu den übrigen Qualitäten bzw. Kritikpunkten:
Mit dem Tochscreendisplay, dem Multifunktionsdrehknopf (Rotaryswitch) und dem Klartextdialog ist die Jura F70 der Konkurrenz weit voraus. Die Bedienung gestaltet sich dadurch sehr einfach und flexibel. Über das Display ist der aktuelle Status zu erfahren (Bereit, Wasser füllen, Trester leeren, Filter wechseln, etc. etc.). Das ohnehin edle Design wird so durch keine weiteren Bedienungsknöpfe und Schalter gestört. Die F70 zeigt deutlich die Unterschiede der Kaffeesorten. Bei guter Qualität der Bohnen erhält man einen hervorragenden cremigen Kaffee mit vielfältigen Geschmacksnuancen, wobei die Qualität fast an die von guten Cafe-Bars heranreicht.
Äußerst nachteilig und qualitätsmindernd ist das extrem laute Arbeitsgeräusch beim Kaffeebezug. Das Mahlwerk kreischt schrill und sehr laut, danach schalten und knacken diverse Relais aufdringlich laut, gepaart mit der ebenfalls lauten und mehrfach einrastenden Mechanik der Brüheinheit. Dieser Sound macht eine Unterhaltung völlig unmöglich und stresst total (insbesondere morgens). Der gute, gehaltvolle und cremige Kaffee entschädigt dann erst mal wieder.
Für knapp 1000 Euro darf man einen annähernd perfekten, langlebigen und zuverlässigen Kaffeevollautomaten erwarten. Da bei der Jura F70 einige wesentliche konstruktive Kriterien nicht überzeugend gelöst wurden, ergibt sich lediglich ein durchschnittlicher Gesamteindruck mit edlem Design und gutem Kaffee.
Da der obige Text von Amazon wegen der Nennung der Bezugsquelle des Dichtlippenring-Reparatur-Set's zensiert wurde, möchte ich folgenden Hinweis dazu geben.
Den nachfolgenden Satz in die Suchmaschine eingeben (ggf. mit Anführungszeichen):
>>> Lange Rede kurzer Sinn, mehr als 180 ¤ ärmer, funktionierte die Kaffeemaschine wieder <<<