Unfassbare 17 Jahre nach dem letzten Studioalbum "Elements" kommen die Vorreiter des extremen technischen Death Metals tatsächlich mit einem neuen Album um die Ecke, wer hätte das gedacht. Von den Gründungsmitgliedern aus 1984 sind mittlerweile nur noch Bandkopf Kelly Shaefer und Schlagzeuger Steve Flynn an Bord, am Sound hat sich aber - zum Glück - nicht viel geändert. Atheist orientieren sich mit ihrem neuen Werk eher an ihren ersten beiden Alben, die deutlich härter waren als das sehr progressiv ausgerichtete letzte Album vor der zwischenzeitlichen Auflösung.
Mittlerweile ist ihre technische Interpretation des Death Metals kein Alleinstellungsmerkmal mehr wie damals Mitte der 80er, als sie diesen Sound quasi erfunden haben (mit anderen Bands zusammen wie Cynic oder Death), aber auch heute sind Atheist noch eine Klasse für sich. Was vielen Bands in diesem Bereich nämlich abgeht und Atheist immer noch drauf haben ist die Fähigkeit, die ganzen technisch anspruchsvollen Parts auch zu vernünftigen Songs zusammenzufassen. Was hilft das eindrucksvollste technische Gefrickel, wenn am Ende kein hörbares Ergebnis raus kommt?
Wie bei allen Alben dieser Stilrichtung muss man sich auch mit "Jupiter" länger beschäftigen, um die ganzen Feinheiten zu entdecken und zu würdigen, aber es lohnt sich definitiv.