Opiate, Barbiturate, Haschisch, Kokain, Chloral, Benzedrin, Banisterin - kaum eine Droge, die William Burroughs nicht probiert hätte. Die Biographie belegt, daß hier ein Ernstfall vorliegt: Jahrelang heroinsüchtig, vor und nach mehreren Gefängnisaufenthalten und Entziehungskuren, erschoß er im Rausch seine Frau. Das Buch ist autobiographisch angelegt und erzählt mit klaren Worten und knappen Sätzen von seiner Drogenkarriere. Seine Haltung ist dabei nicht die eines Bekehrten, sondern eher die eines Gelangweilten: Ein Junkie ist absolut selbstgenügsam solange er Stoff hat, da gibt es nichts zu erzählen. Umso mehr Aufmerksamkeit schenkt Burroughs den Begleitumständen: Den staatlichen Versuchen, Drogenkonsum einzudämmen; den Tricks der Junkies bei der Beschaffung; dem Verhalten beim Entzug. Formell ist das Buch angelegt wie ein Roadmovie, Umherreisen auf der Suche nach Drogen - und das gibt dem Erzählton eine wunderbare Distanziertheit: die Hauptfigur ist überall fremd, und überall muß sie sich unter größter Vorsicht schnell orientieren: wie ist Geld, wie sind Drogen zu beschaffen? Diese Distanz macht seine Kommentare über die Gesellschaft eindringlich und klar (man fühlt sich an Chandler erinnert). Ein von vorn bis hinten fesselndes Buch, das jedoch in einem Punkt nicht ganz ehrlich ist: Im wirklichen Leben war, wann immer Burroughs in ernsthaften Schwierigkeiten war, sein reicher Vater zur Stelle, um seinen Einfluß für ihn geltend zu machen. Darüber verliert er kein Wort. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)