Eines vorab: In - fast - allen Beschreibungen, die im Internet kursieren, wird die obige Junkers als eine Uhr mit "Wasserdichte 50 Meter" angegeben; warum, weiß der Kuckuck. Fakt ist: Ausweislich der Prägung auf der Rückseite dieser Uhr selbst beträgt die Wasserdichte nicht 50, sondern 100 Meter! Das ist allemal ein (Kauf-)Argument, wenn man beim Duschen, geschweige denn Schwimmen auf Nummer sicher gehen will.
Wichtig auch: Die Leuchtmasse und -kraft der Zeiger und Indicies reicht nach meiner Erfahrung aus, um die Zeit auch noch in den frühen Morgenstunden ablesen zu können. Vorausgesetzt, die Uhr war zuvor den überwiegenden Teil des Tages dem Sonnen- oder eben zumindest dem Tageslicht ausgesetzt; das aber ist bei einem regelmäigen Tragen ohnehin der Normalfall.
Ansonsten: Ob es objektive Kriterien für Schönheit (heute: gutes Design) gibt, darüber wird seit dem Philosophen Plato im alten Griechenland gestritten - naturgemäß ohne Ergebnis. Ich allerdings habe diese Uhr in allererster Linie gekauft, weil ich ihr Design tatsächlich für gelungen halte. Die silberfarbene Relief- oder Jalousienstruktur finde ich schlichtweg erfrischend. Das Zifferblatt mit seiner jeweiligen Zeigerstellung ist - objektiv gesehen - klar, weil bereits auf den ersten Blick zuverlässig ablesbar; die Minuterie ist objektiv stimmig, denn Ziffern und Zeiger sind vom Stil her aus einem Guss. Das ist nicht allzu häufig der Fall, denn oft sind die Ziffern einer Uhr verspielt/verschnörkelt, die Zeiger aber dem Bauhaus angelehnt - oder umgekehrt.
Dennoch: Wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Das Datum der Junkers hätte gerne ein Groß-Datum sein dürfen. Genug Platz für ein solches ist auf dem Ziffernblatt da; eine ihrer bau- und preisgleichen Schwestern hat auch ein solches - dafür aber keine zweite Zeitzone, wie sie meine (und vielleicht demnächst auch Ihre?) Junkers hat. Mit dem einen roten 24-Stunden-Zeiger nämlich können Sie die Zeit für etwa New York oder Namibia einstellen; angezeigt wird vom roten Zeiger dann die jeweilige Stunde; für die dazugehörige New Yorker oder Tansania-Minute reicht ein Blick auf den normalen Minutenzeiger deutscher Zeit. Sollten Sie wider Erwarten unter Tage arbeiten oder aber verschüttet werden, können Sie den roten 24-Stunden-Zeiger auch auf die Zeit einstellen, die eine Uhr sonst so nicht abbilden kann. Will sagen: Ist es auf Ihrer Uhr 10.30 Uhr, tatsächlich aber 22.30 Uhr, dann signalisiert Ihnen auch das der rote 24-Stunden-Zeiger. Beides braucht man, wenn man denn keinen Menschen hat, der in einer anderen Zeitzone lebt oder aber man selbst verschüttet wird, nicht wirklich. Doch der rote Zeiger ist auch nicht im Weg. Im Gegenteil - er gefällt.
Fazit: Ich habe selten eine Uhr erlebt, bei der ein Blick auf das Zifferblatt so viel Gelöst- oder Heiterkeit widerspiegelt wie bei dieser Junkers. Das soll für einen alltäglichen Begleiter wie eine Armbanduhr viel heißen, wenn man den Satz bedenkt, der früher auf alten Kirchturmuhren stand: "Alle (Stunden) verwunden, die Letzte tötet ...".