Junkers - da verbindet man robuste Mechanik, sprichwörtliche Zuverlässig- und Langlebigkeit, man denkt an die Ju 52 (an was auch sonst) mit ihrer Wellblechhaut und der charakteristischen Motoranordnung. Aber ich hoffe inständig, man denkt nicht an die Uhren.
Was mag nun kommen? Diese Uhr bekam ich als Geschenk meiner Eltern zu Weihnachten 2009 überreicht und freute mich sehr. Ich liebe Mechanik und durch den genialen Glasboden kann man dieser hier bei der Arbeit zusehen. Eigentlich hätte ich die Uhr am liebsten verkehrtherum getragen aber dafür ist die Armbandaufnahme leider nicht geeignet.
Genug der Lobpreisung, Feststellung am Anfang: die Uhr geht am Tag eine Minute vor. Gut, es ist eine mechanische Uhr, von dieser erwarte ich nicht die Präzision einer Funkuhr, daher akzeptierte ich das, aber dieser Fakt sollte später sehr wichtig werden.
Das erste Aha-Erlebnis kam nach wenigen Monaten: Stoppuhr kaputt! Der große Zeiger lief immer mit und ließ sich nicht mehr kontrollieren, also ab in die Reparatur, welche zufriedenstellend durchgeführt wurde.
Bedingt durch den Sonderstatus dieser Uhr für mich hatte ich sie in den letzten zwei Jahren extrem selten am Arm, meistens lag sie in einer Schublade und wartete auf das nächste 'Event'.
Nun, 2011 fiel bei der Vorbereitung zu solch einem 'Event' das Kalenderwerk aus. Was war geschehen? Die Uhr wurde von mir aufgezogen und um das Kalenderwerk einzustellen, muss man den Minutenzeiger auf etwa 00:10 stellen (dann geh't eins weiter) und dann wieder auf 23:50 für den nächsten Anlauf. Das passierte genau zwei Mal, beim dritten Mal lief der Tagesanzeiger nicht mehr mit. Bis dahin funktionierte diese Einstellung übrigens problemlos.
Nach der relativ positiven Erfahrung bei der Reparatur der Stoppfunktion, sandte ich das Teil also wieder auf Garantie über den Händler zum Hersteller.
Ich lasse die ganzen unschönen Dinge und Begebenheiten einmal weg und fasse das Ergebnis dieser eigentlich einfachen Aufgabenstellung zusammen:
Der Hersteller POINT tec hat nun einen ungenauen Lauf festgestellt (der aufmerksame Leser mag sich daran vielleicht noch erinnern), mir eine durch einen Stoß verformte Unruh ('kann nur durch Stoß oder Schlag kaputt gehen, bzw. verbiegen') als Ursache dessen genannt und möchte mir jetzt eine Totalrevision andrehen, welche einen Betrag von 2/3 des Verkaufspreises erreicht. Auch der Händler kann an dieser verdrehten Ansicht leider trotz aller Mühe nichts ändern.
Nach diesen Querelen verweigere ich natürlich diese Revision (nach 2 Jahren, man stelle sich diesen Unfug vor!), lasse mir die Uhr unrepariert zurücksenden und werde sie von Bekannten nach Tschechien mitnehmen und dort auf Vordermann bringen lassen. Mein Vater hat interessanterweise eine russische Uhr mit dem identischen Uhrwerk (möglicherweise eine Kopie oder einfach ein Lizenzbau) seit mehreren Jahren täglich am Handgelenk, ist damit auch in Sibirien unterwegs und hatte noch nie auch nur ein Problem.
Diese Uhr werde ich auf jeden Fall nicht mehr tragen, dafür ist sie anscheinend nicht gedacht, sondern kaufe mir für wenig Geld eine mechanische Uhr aus China. Da ist es mir dann egal, ob für 38$ das Teil ungenau läuft oder nach 2 Jahren eine Totalrevision anfällt: dann kaufe ich mir einfach eine neue!
Update: mittlerweile bekam ich die Uhr zurück und trotz merhfacher, sehr deutlicher Hinweise auf die Rücksendung in dem Zustand, in welchem die Firma das Gerät erhalten hat, funktioniert das Teil nun gar nicht mehr. Es läuft also nicht mal mehr ungenau.
Ich kann nur nochmals ausdrücklich davor warnen, so eine Uhr zu kaufen, denn auch der 'Kundenservice' von POINT tec ist einfach unter aller Sau. Ich wende mich jetzt an den Verbraucherschutz.