Viel mehr fällt Herve(Vincent Lacoste) nicht mehr ein, wenn er sieht, wie seine Mitschüler mit den schönsten Mädchen knutschen und er keine Freundin abbekommt. Seinem besten Freund Camel(Anthony Sonigo) geht es nicht anders. Irgendwie sind Herve, Camel und deren Freune die mädchenfreie Zone in der Schulklasse 10c. Während unsere beiden Hauptdarsteller den Mädels nachschmachten und sich Abends beim Stöbern in alten Katalogen selbst befriedigen, ändert sich die Lage plötzlich. Aurore(Alice Tremoliere) interessiert sich für Herve. Der kann es kaum fassen und ist bei Aurores Annäherungsversuchen jedoch schüchterner, als er dachte. Gegenüber Camel kehrt er allerdings den heißen Lover raus. Klar, dass das auf Dauer nicht gut geht. Als Herves Mutter(Noemie Lvovsky) mitbekommt, dass ihr Sohn flügge wird, kann sie sich vor Freude kaum zurückhalten. Das nervt Herve tierisch. Als Muttern dann auch noch unangemeldet mit auf eine Fete kommt, ist das Fass voll. Es gibt Streit zwischen Herve und seiner Mutter, zwischen Herve und Camel, zwischen Herve und Aurore...Manchmal ist es verdammt schwer, erwachsen zu werden. Da hilft dann höchstens noch ein Besuch bei Camel und das Kommando: "Socken raus!" Aber bis ans Ende aller Tage geht es so auf keinen Fall weiter...
Riad Sattouf hat mit -Jungs bleiben Jungs- die klassische Teeniekomödie inszeniert. Die französische Variante funktionert dabei ein wenig anders, als die amerikanische. Das zeigt sich vor allem in Bildern, die nicht hochglanzpoliert sind. Es sind auch keine Supermodels und Traujünglinge, um die sich die Story dreht, sondern ganz normale Menschen. Einen Pickel in Großaufnahme oder eine Zunge, die über ein Stück normalen Menschen fährt, findet man in Sattoufs Film zuhauf. Das unterscheidet den Film von amerikanischen Produktionen des Genres. Aber ganz ohne Klischees und Schubladendenken kommt dann auch Sattouf nicht aus.
-Jungs bleiben Jungs- hat ein paar wunderbare Gags, leider jedoch auch ein paar Momente des scheinbaren Leerlaufs. Es gibt herrliche Dialoge und einen heimlichen Hauptdarsteller(nämlich eine Banane), die immer wieder als Metapher in die Bilder des Films eingreift. Die Darsteller wirken frisch und unverbraucht. Mir hat vor allem Noemi Lvovsky als Mutter von Herve gefallen. Ansonsten schickt Sattouf seine Protagonisten in Tagträume und Phantasien und fügt noch ein paar interessante Kamerablickwinkel hinzu.
Es war, und es bleibt, schwierig erwachsen zu werden. Sattouf hat mit -Jungs bleiben Jungs- seinen Beitrag zum Thema geleistet. In Frankreich lockte das mehr als eine Million Zuschauer in die Kinos. Hier, das vermute ich einmal, wird der Film nicht ganz so viele Fans finden. Nichtsdestotrotz ist Sattoufs Film eine gelungene Komödie, die zwar nicht in jeder Szene, aber doch in den meisten Momenten überzeugt. Mir hat der Film gut gefallen. Sie dürfen und müssen sich wieder mal selbst ein Bild davon machen.