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Jungle Cowboy ist Bourellys Erstlingswerk, erschienen 1988 bei JMT Productions, dem Vorläufer des Avantgarde Labels Winter & Winter. Das Album gehört zur ersten Staffel in einer langen Reihe von Wiederveröffentlichungen, die Label-Chef Stefan Winter über einen Zeitraum von fünf Jahren plant. Die Mühe lohnt sich, denn die vielen vergriffenen Kostbarkeiten zwischen 1985 und 1995 dokumentieren den Karrierestart von Jazzgrößen wie Cassandra Wilson, Steve Coleman, Greg Osby -- und eben auch Jean-Paul Bourelly.
Heavy Funk schmettert dem geneigten Ohr entgegen, modifiziert mit obskurer Rhythmik und überraschenden Stilpirouetten. Von Funk und R&B, von Blues bis Rock winkt der Innovator und vor allem das agile Power-Gespann Kevin Johnson (Schlagzeug) und Freddie Cash (Bass) begeistert mit Virtuosität und Präsenz: archaisches Fendergewicht und satter Snareattack, zusammengeführt in einer wilden Mischung aus Alt und Neu, voller unorthodoxer Grooves mit jazzigem Kalkül. Bourelly selbst gibt sich auf seinem Debütalbum ganz der Jimi-Hendrix-Passion hin; mit metallischem Ton und kühler Distorsion. Der Gesamteindruck spiegelt des Gitarristen vielschichtiges Naturell wider, an dem sich bis heute nichts geändert hat: rebellisch, experimentell und zugleich tief geerdet im Blues. Mit einem Wort: abgefahren. --Katharina Lohmann
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