Seit mehr als 25 Jahren beschäftige ich mich mit der Kunst des Tarot, bin ein Fan von C. G. Jung und dachte, diese Kombination muss einfach genial sein. Leider wurde ich vom Autor, der Aufmachung des Buches sowie des Inhaltes sehr enttäuscht.
Die Beschreibungen der einzelnen Bedeutungen der Karten sind oberflächlich, viel zu kurz und zeitweise umständlich geschrieben, der wahre Kern der jeweils passenden Archetypen des großen Arkanas ist nicht ausreichend ausgearbeitet, es gehen viele wertvolle Informationen verloren. Für Tarot-Laien bietet sich dieses System nicht an, da wesentliche Basisinformationen bezüglich Übung im Umgang mit dem Tarot schlichtweg fehlen, die Symbolik sowie Erklärungen der Karten nicht ausgefeilt sind und auch hier Informationen für das Unbewusste keine Beachtung finden. Tarot-Profis finden kaum neue Inspiration, da die Texte zu knapp gehalten und teilweise nicht aussagekräftig sind. Freunde der Lehren von C. G. Jung werden sicher (ebenso wie ich) die tiefgreifenden Aspekte seiner Arbeit mit dem Unbewussten, den Archetypen missen. Um das Buch als Instrument zur Persönlichkeitsarbeit zu nutzen, fehlt es ihm ebenfalls an Inspiration, an Informationen und Lösungswegen der einzelnen Karten, die kaum eine Anleitung zur Arbeit am Ich bieten. Die Karten selbst sind künstlerisch nett gehalten, die wichtige Symbolsprache wurde allerdings nicht berücksichtigt und ein Zugang in das Unbewusste des Fragenden zeigt sich als schwierig bis hin zu unmöglich.
Einen Stern gebe ich, da es eine nette Erweiterung meiner Tarotsammlung ist - mehr nicht.
Wer wirklich in dieses Thema "Tarot und Jung" eintauchen möchte, ist eher mit dem leider vergriffenen Buch "Die Psychologie des Tarot" von Sallie Nichols gut beraten.