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Jungiana Reihe A Band 11. Beiträge zur Psychologie von C.G.Jung: BD 11
 
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Jungiana Reihe A Band 11. Beiträge zur Psychologie von C.G.Jung: BD 11 [Broschiert]

Suzanne Wagner , Waltraut Körner , Rudolf Högger , Rosarium Philosophorum


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Kurzbeschreibung

Suzanne Wagner führte 1977 ein Interview mit Marie-Louise von Franz, von welchem tief beeindruckende Ausschnitte in den Film ‹Matter of Heart› aufgenommen worden sind. Das redigierte Gespräch wurde 1998 in einer besonderen Nummer von ‹Psychological Perspectives› zu Ehren von Marie-Louise von Franz veröffentlicht. Wir begegnen in dem Gespräch dieser bedeutenden Frau in ihrer ganzen Menschlichkeit, ihrem umfassenden Wissen und auch ihrer großen Sorge um das weitere Schicksal des Lebens auf unserer Erde. Wir danken der Redaktion von ‹Psychological Perspectives› herzlich für die Erlaubnis, die Übersetzung des Interviews veröffentlichen zu dürfen. Waltraut Körner hat am ‹Symposion 2000› des Psychologischen Clubs Zürich in subtiler Art den Zusammenhang von Jungscher Psychologie und Eros dargestellt. Sie unternimmt in diesem Vortrag den gescheiten und mutigen Versuch, die Individuation unter dem Aspekt der Liebe darzustellen. "Das Erlebnis des Selbst", schreibt sie, "ist fast immer eine Art Liebeserlebnis, weil wir dabei die Urerfahrung des Aufgehobenseins in einem größeren Sinnzusammenhang und einer tieferen Zugehörigkeit machen können." Eros erfährt bei ihr eine weitgehende Gleichstellung mit dem Selbst. Hinter ihrer Auffassung steht wohl das Verständnis der Religion im Sinne der Kirchenväter, die religio von religare, wieder vereinen, ableiten, eine Auffassung der Gottesbeziehung als eines Liebesbundes. Wegen der neben aller Liebe und Güte furchtbaren Dunkelheit und Unberechenbarkeit Gottes (und des Unbewußten) zieht Jung daher die antike Auffassung von relegere, religere vor: religio im Sinn von ‹sorgfältiger Berücksichtigung›.1 So wahr das von Waltraut Körner herausgehobene Erlebnis eines umfassenden Sinnes ist, so wahr ist auch die Erfahrung des Gegenteils oder, wie Jung in ‹Antwort auf Hiob› schreibt: "Gott hat einen furchtbaren Doppelaspekt: ein Meer der Gnade stößt an einen glühenden Feuersee, und das Licht der Liebe überstrahlt eine dunkle Glut, von der es heißt: ardet non lucet - sie brennt, aber leuchtet nicht. Das ist das ewige Evangelium (im Gegensatz zum zeitlichen): Man kann Gott lieben und muß ihn fürchten."2 Das gleiche gilt vom Selbst: Zuzeiten mag die Gnade überwiegen; die immer wieder drohende Finsternis des Unbewußten zu übersehen, wäre wohl unberechtigter Optimismus. In einer Vorlesung unter dem Titel ‹Symbolisches Leben in Indien› hat Rudolf Högger im Frühlingskurs 2001 des ‹Forschungs- und Ausbildungszentrums für Tiefenpsychologie nach C.G.Jung und Marie-Louise von Franz› einen aus persönlicher Erfahrung und großer Sachkenntnis gewonnenen Einblick in die sinnvolle Bezogenheit einiger alltäglichen Handlungen auf gewisse, die ganze indische profane und religiöse Kultur prägende archetypische Grundlagen gegeben. Der Autor ist beruflich seit Jahrzehnten in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit engagiert und hat sich besonders mit den Ländern Südasiens auseinandergesetzt. Gegen Ende seines bewegenden Vortrags sagt er - selber bewegt: "Überwältigend ist für mich vor allem die Erfahrung, daß heutige Menschen, Frauen und Männer in allereinfachsten, ja widrigsten Verhältnissen, in eine seelische Wirklichkeit einbezogen sind, deren Lebendigkeit Jahrtausende zurückreicht, daß sie darin offenbar Lebenskraft und Sinn finden und daß ihr Leben dadurch Würde hat." Das symbolische Leben, das für diese Menschen unbewußt noch Wirklichkeit ist, müssen wird selber wohl bewußt wieder zu erlangen versuchen, wenn wir seelisch nicht verdursten wollen. Die zwei weiteren Aufsätze befassen sich mit dem Ende des Lebens und mit dem Leben nach dem Tod. An einem Vortrag zu Ehren von Esther Harding verglich Barbara Hannah im Jahre 1968 die chinesische, hauptsächlich die konfuzianische Auffassung vom Tod mit der auch für uns im Westen bestehenden Notwendigkeit, eine den Tod überdauernde Festigkeit zu gewinnen, so wie sich der Adept im alchemistischen Opus bemühte, seinen eigenen Auferstehungsleib - mit Hilfe der Gnade Gottes - schon zu Lebzeiten herzustellen.3 Daß ein solches Innewerden einer "Welt der Ewigkeit" auch für uns Heutige möglich ist, zeigen uns die Träume, so wie zum Beispiel Jung gelegentlich von seinem "andern Turm" von Bollingen geträumt hat, der auf der gegenüberliegenden Seite des Sees lag. Einige Zeit vor seinem Tod träumte er, daß dieses "andere Bollingen" vollendet sei. Er wußte, daß er dort einziehen werde. Das Loslassen - das "Sich-Lassen" von Meister Eckhardt - des Hier und Jetzt am Ende des Lebens "können wir uns nur durch stärkste Bindung an das Leben erlauben, indem wir es mit Entschlossenheit so aufrichtig wie möglich zu erfüllen trachten - bis wir zu jenem entscheidenden Augenblick gelangen, den die Chinesen als den allergrößten Glücksfall betrachten, nämlich denjenigen, an welchem wir unserem ganz individuellen, unseren Lebensweg nicht in Stücke zerreissenden, sondern ihn krönenden Tod begegnen werden." Auch Gotthilf Isler spricht vom "großen Übergang". Sein Aufsatz ist ein Auszug aus einer zweisemestrigen Vorlesung über Synchronizitätsereignisse in Sagensammlungen. Wie Jung sagt, sind Synchronizitäten die einzigen empirischen Hinweise auf einen möglichen Gesamtzusammenhang der Welt. In ihrem Gespräch mit Suzanne Wagner führt Marie-Louise von Franz aus, daß es für Jung schwierig war, für sein Buch über Synchronizität Fälle zu finden, die eindeutig nur synchronistisch und nicht auch kausal erklärt werden können. Telepathische Zukunftsträume können nur synchronistisch verstanden werden. In neueren Sagensammlungen finden sich recht häufig Todesträume erzählt, die nachher in Erfüllung gegangen sind. Diese Träume und auch das zeichenhafte Ankünden von Todesfällen zeigen, daß der Tod nicht unvermittelt, zusammenhanglos eingebrochen ist, sondern daß er (oder etwa ein Unglücksfall) schon zum voraus irgendwo ‹gewußt› oder ‹vorhanden› war. Der Tod konnte so - bei all seiner Furchtbarkeit - als sinnvoll oder in sinnvollem Zusammenhang stehend erlebt werden. Die Todesträume sprechen zudem nie von einem Ende, sondern sehr oft von einem Übergang oder dann von einem Aufgenommenwerden in einen größeren Zusammenhang. Sie zeigen, daß das Unbewußte den Tod ganz anders sieht als das sich fürchtende Bewußtsein. Solche Träume mögen uns Trost geben und mit Hoffnung erfüllen - wenn wir sie wirklich ernst nehmen können.

Der Verlag über das Buch

Das ‹Forschungs- und Ausbildungszentrum für Tiefenpsychologie nach C.G.Jung und Marie-Louise von Franz› blüht weiterhin. Im Herbst 2001 wurde im Haus Bethanien, dem ‹Haus der Stille und Besinnung› in St.Niklausen, Obwalden, der vierzehnte zweiwöchige Semesterkurs durchgeführt. Über 20 Studierende haben bislang das Propaedeuticum bestanden und die Berechtigung erhalten, selber unter Kontrolle Analysen durchzuführen. Wir freuen uns, daß im Juni 2001 das erste Abschlußdiplom und im Januar 2002 das zweite erteilt werden konnte. Die ‹Stiftung für Jung'sche Psychologie›, welche die beiden Reihen A und B der ‹Beiträge zur Psychologie von C.G.Jung› herausgibt, hat sich entschlossen, im eigenen Verlag künftig auch die Werke in deutscher Sprache von Marie-Louise von Franz (soweit dafür die Rechte in ihrem Besitz sind) herauszugeben, mit dem Ziel, sie ständig lieferbar zu halten. In Kürze wird der erste dieser Bände - ‹Puer aeternus. Ewiger Jüngling und kreativer Genius› - gedruckt vorliegen.Bei der Mitteilung der Rückkehr der Bibliothek von Marie-Louise von Franz an die Lindenbergstrasse 15, CH-8700 Küsnacht, hat sich in Jungiana Band 10 ein Fehler eingeschlichen: die Telefonnummer der Studien- und Arbeitsbibliothek ist 01 912 25 95 (nicht 910), die E-Mail-Adresse: sti.jungpsych@mysunrise.ch. Die Bibliothek ist nach Voranmeldung zu folgenden Zeiten öffentlich zugänglich: Mittwoch von 11 bis 15 Uhr und Freitag von 14 bis 16 Uhr. Im Februar 2002 Für den Stiftungsrat: PD Dr. Hansueli F.Etter (Präsident) Dr.Gotthilf Isler (Redaktion) Nachtrag Von befreundeter Seite sind wir darauf aufmerksam gemacht worden, daß der in Jungiana Reihe A, Band 10 veröffentlichte Aufsatz von Marie-Louise von Franz: ‹Aktive Imagination› als Vortrag im April 1972 an der Frühjahrstagung der Internationalen Gesellschaft Arzt und Seelsorger auf Schloß Elmau gehalten wurde. Er ist erschienen in Wilhelm Bitter (Hrsg.): Praxis dynamischer Gruppenarbeit. Stuttgart 1972, 25-31. - Wir sind dankbar für die Mitteilung.

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