Kurzbeschreibung
Inhalt: Renate Jacobi: Wer mit dem Drachen zecht. Zur Gotteserfahrung des islamischen Mystikers al-Hallag • Marie-Louise von Franz: Aktive Imagination • Gotthilf Isler: O Deine schönen Haare! Volkssagen von der Liebe zur Wilden Frau und die Problematik in der heutigen Ehe • Barbara Hannah: Regression oder Erneuerung im Alter • Nora Mindell: Krebskranke Kinder - Trauma und Wandlungserlebnisse bei der Entwicklung des Bewusstseins Zur Gotteserfahrung des islamischen Mystikers al-Hallag. Aktive Imagination - Sagen von der Liebe zur Wilden Frau. Regression oder Erneuerung im Alter. Krebskranke Kinder. Trauma und Wandlungserlebnisse.
Der Autor über sein Buch
Im Rahmen eines Interdisziplinären Gesprächs der Stiftung für Jung'sche Psychologie hat die Orientalistin Frau Prof. Renate Jacobi ein ausgezeichnetes Referat über die ambivalente Gotteserfahrung des islamischen Mystikers al-Hallag gehalten, der 922 in Bagdad hingerichtet worden ist. Für ihn war die Vereinigung mit Gott, die unio mystica, höchste Vollendung und gleichzeitig Vernichtung des eigenen Seins. So erstrebte er den Tod als Erfüllung seiner Liebessehnsucht nach Gott. Dabei war er sich der furchtbaren Seite Gottes in höchstem Masse bewusst, und dennoch überspielte er - wie es uns scheint - diese Seite in einer für uns kaum nachfühlbaren Weise. Anders Hiob. Er, der in seinem Elend die Dunkelheit Gottes bis zum Äussersten erfahren hatte, forderte Gerechtigkeit vom ungerechten Gott, besass aber dann die Weisheit zu schweigen: 'Ich lege die Hand auf meinen Mund. Einmal habe ich geredet, zweimal, und tue es nicht wieder..-' Hiob ist Mensch geblieben; der Mystiker al-Hallag wurde in seinem Einheitserlebnis identisch mit Gott. Obschon in schiitischer Sicht der Mensch sich Gott so weit wie möglich annähern sollte, ist hier al-Hallag wohl auch in islamischem Verständnis etwas zu weit über eine Grenze getragen worden.