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4.0 von 5 Sternen
Ehrliches und beeindruckendes Zeitdokument, 31. Dezember 2001
Rezension bezieht sich auf: Der Junge von der Bernsteinküste (Broschiert)
In den Erinnerungen Martin Bergaus "Der Junge von der Bernsteinküste" erzählt der Autor über seine Kinder- und Jugendjahre in Ostpreußen und anschließend in der Gefangenschaft in Rußland.
Sehr beeindruckend und trotzdem in einfacher und ehrlicher Sprache beschreibt er seine Jugend als Hitlerjunge, der sich unter den Nazis als Segelflieger auszeichnen kann. Es wird deutlich, wie geschickt die Faschisten sich die Begeisterungsfähigkeit der Jugend zu nutze gemacht haben und es ist gleichzeitg ein Mahnmal immer wieder auf der Hut zu sein, wie leicht der Mensch doch verführbar ist.
Mit 15 Jahren musste der Autor als Wachposten an der Erschießung wehrloser Menschen teilnehmen und wurde so ungewollt zum Helfer der Mörder. Ehrlich beschreibt Martin Bergau, was in der Zeit danach in ihm vorgegangen ist.
Für mich war dieses Buch ein beeindruckender Einblick in die Geschichte dieser Zeit. Obwohl man doch so viel in Schule und Medien über diese Zeit schon mitbekommen hat, führt dieses Buch deutlich vor Augen wie tausende junge Deutsche in dieser Zeit belogen und mißbraucht worden sind. Es ist kein Buch über einen Helden, sondern die erlebte Geschichte eines aufrichtigen Menschens, das ist das beeindruckende an dieser Erzählung. Erschreckend ist das beschriebene Massaker an mehreren tausend Juden an der ostpreußischen Bernsteinküste, aber auch die Beschreibung der Zeit der Kriegsgefangenschaft Bergaus, in die er im Alter von 16 Jahren kam.
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