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Produktinformation
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Beim Lesen der Interviews und Berichte über die von diesem Arzt getroffenen Entscheidungen fällt es schwer, die Wut zu unterdrücken, angesichts der weitreichenden Folgen seiner Beharrlichkeit, das angeborene Geschlecht mit kaum mehr als ein wenig Willenskraft und Hormonbehandlungen ändern zu können. Sehr anrührend wirken die Bemühungen der Eltern, des Zwillingsbruders sowie der Großfamilie, Brenda dabei zu unterstützen, ein glückliches Mädchen zu sein. Man bekommt den überwältigenden Eindruck einer Familie, die es "richtig" machen will, die aber auf schreckliche Weise darüber fehlgeleitet wird, was für dieses Kind tatsächlich "richtig" ist. Nachdem Brenda sich im Alter von 14 Jahren entschließt, fortan als Mann zu leben, gibt sie sich den Namen David und beginnt den langwierigen Prozess, die Auswirkungen der Östrogenbehandlungen wieder rückgängig zu machen. Davids letztendlich erfolgreiches Leben -- eine stabile Ehe, ehrliche und enge Familienbeziehungen sowie sein Mut, seine Kindheit publik zu machen -- machen diese Geschichte am Ende aufbauend. Nicht weniger faszinierend ist der letzte Abschnitt über den lange andauernden Streit über die Frage, inwieweit die Natur bzw. die Erziehung für die Entwicklung geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen verantwortlich sind. Die Interviews verschiedener Forscher und Psychologen bilden eine größere Rahmenhandlung um Davids Kampf, als das zu leben, wofür die Natur ihn vorgesehen hat. --Jill Lighter -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fesselnde Erziehungslektüre,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der als Mädchen aufwuchs (Taschenbuch)
Dieses Buch ist sehr spannend. Ich las es in einem Rutsch und konnte es nicht eher beiseite legen, bis ich es ganz durch hatte. Dann las ich es noch einmal gründlich; denn ich fand den Inhalt sehr wichtig.Was für eine unglaubliche, schreckliche und wahre Geschichte wird da erzählt! Die Geschichte von dem Jungen Bruce, der durch einen ärztlichen Kunstfehler als Säugling verstümmelt wird, und anschließend von seinen wohlmeinenden Eltern und Medizinern gegen seinen Willen dazu gezwungen wird, als Mädchen Brenda aufzuwachsen. Das Kind erfährt jahrelang nichts von dem auslösenden Kunstfehler und darüber, daß sein Geschlecht nicht angeboren sondern fremdbestimmt ist. Auch daß es ein medizinischer Präzedenzfall und Experiment ist, weiß es nicht. Es wird berichtet, wie das Kind endlich die Wahrheit erfährt und sich mit 14 Jahren gegen alle Widerstände durchsetzen kann, und es ihm am Ende gelingt, ein ihm gemäßes Leben als Mann David zu führen. Der Autor John Colapinto hat seriös und gründlich recherchiert und für den Zeitungsartikel, der diesem Buch zugrunde lag, eine hohe Auszeichnung erhalten. Meiner Meinung nach, berichtet er so tolerant wie möglich, aber man kann sich kaum wehren gegen die innerlich aufkommende Wut, die man beim Lesen des Buches auf verschiedene Personen bekommt, die das schwere Schicksal des heranwachsenden Kindes bestimmen. Ich weiß aber auch, wie problematisch es ist, sich einem gängig akzeptierten Zeitgeist zu widersetzen. In diesem Fall ist das der Zeitgeist der siebziger Jahre mit seinen gesellschaftspolitischen Thesen von der Gleichheit der Geschlechter und der vollständigen Formbarkeit des Menschen durch Erziehung und Umwelt. Medizinischer Machbarkeitswahn basierend auf unvollständigen wissenschaftlichen Erkenntnissen verband sich mit der ehrfürchtig blinden Autoritätsgläubigkeit der Eltern zu einem schrecklichen Irrtum unter dem ein Einzelner zu leiden hatte. Das Gegenteil von "gut" ist eben nicht immer nur "schlecht", sondern manchmal auch "gut gemeint". Der Autor will sein Buch ausdrücklich nicht als Schuldzuweisung an Einzelne verstehen oder als Angriff gegen Ärzte, Wissenschaftler oder Eltern. Der Inhalt des Buches fordert aber dazu auf, nicht einfach ungeprüft und ehrfürchtig an äußere Autoritäten zu glauben, die darüber urteilen möchten, was für ein Kind das Beste ist. Es geht darum, auf das einzelne Kind selbst zu hören, auf es einzugehen und seinen individuellen Bedürfnissen zu entsprechen. Das Buch wendet sich klar gegen das Experimentieren am Kind. Ich las es als Warnung vor Institutionen aller Art (politisch, gesellschaftlich, religiös, medizinisch, pädagogisch, wissenschaftlich), die formenden Zugriff auf Kinder nehmen wollen. Hier muß man wachsam bleiben und immer wieder kritisch nachfragen wo die angestrebte Hilfe und Erziehung endet und der Zwang beginnt. Kinder sind unsere Zukunft. Sie stellen ein enormes Humankapital dar, das nicht zum Ausbeuten durch Einzelne oder Institutionen da ist. Es wird in dem Buch darauf aufmerksam gemacht, daß Kinder zu den Schwachen in der Gesellschaft gehören, die man vor solchen gut gemeint daherkommenden Übergriffen beschützen muß, bis sie alt genug sind, selbst ihr Schicksal zu bestimmen. Dabei kann dieses Buch sehr nützlich sein. Es geht auch um die Problematik, zu welchem Zeitpunkt im Leben eines Kindes man ihm welche Art von Wahrheiten mitteilen sollte. Wie lange ist das Verschweigen unangenehmer Wahrheiten ein Schutz für das Kind und wann wird das Verschweigen zum schweren Fehler? Es ist meiner Ansicht nach ein wichtiges Buch für Eltern von kleinen Kindern, denn man kann sich daraus psychologischen Rat für schwierige Lebenssituationen holen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Aufwühlendes Buch über ein ungewöhnliches Thema,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der als Mädchen aufwuchs (Taschenbuch)
In diesem packenden und bewegenden Buch wird die außergewöhnliche Lebensgeschichte des Jungen Bruce Reimer erzählt, der durch einen ärztlichen Kunstfehler als Säugling verstümmelt wird. Die Eltern entscheiden sich danach auf Anraten eines Arztes, das Kind als Mädchen Brenda aufzuziehen. Eine ungeheuerliche Leidensgeschichte beginnt, nicht nur das Kind, sondern auch seine ganze Familie geraten in große Schwierigkeiten; denn es erweist sich als schwerer Irrtum, das Geschlecht von Bruce nach der Geburt durch Erziehung und Hormonbehandlung in Brenda ändern zu können. Am Ende kann sich der Junge jedoch ein ihm gemäßes Leben als Mann David erkämpfen.Das Buch basiert auf einem preisgekrönten Zeitungsartikel. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Debatte darüber, inwieweit man das Geschlecht eines Kindes durch Erziehung ändern kann und es regt an zum Nachdenken darüber wo Erziehung aufhört und Zwang beginnt. Hier gefiel mir besonders, daß Colapinto hier das Wohl des Kindes in den Vordergrund stellt. Auch warnt das Buch Eltern vor blinder Autoritätsgläubigkeit gegenüber Ärzten und Psychologen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
keine Fachsprache - echtes Leben!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Junge, der als Mädchen aufwuchs (Taschenbuch)
Das diese Geschichte auf einer wahren Geschichte basiert, konnte oder wollte ich anfangs nicht recht glauben, denn ich habe mir ständig darüber den Kopf zerbrochen, wie sich dieser Junge fühlen musste - in ein Leben gepfercht zu werden, dass dem seinem Naturell gar nicht entspricht.Trotz ausführlicher medizinischer Hintergrundinformation behält man den Überblick, beginnt, auch die Eltern zu verstehen und wird unglaublich zum nachdenken angeregt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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