Junge Talente, schon der Titel des Buches ruft die Erinnerungen an "damals" wieder hervor. Was es doch für Wortgebilde gab. Ja, ich bin ein Kind des wilden Ostens und ich glaube, das ist entscheident für die Sichtweise beim lesen dieses Buches. Ob es die Beschreibung der Gardinen in der Gaststätte des Ortes oder die Art der Feten bei G.B. Mahner sind, die vorgezeichneten beruflichen Bahnen im heimatlichen Kombinat, der unbedingte Wille, genau das nicht zu wollen, die Abgrenzung durch Kleidung, ... es ist so wirklich, weil es so war! Die Begegnungen mit den auf Individualität bedachten Menschen, die Erlebnisse mit Ihnen, ein Gefühl, als sei man dabei. Ich habe zuvor das Buch von Sven Regener, "Herr Lehmann", gelesen und bin auf "Junge Talante" aufmerksam geworden, weil es überall als Gegenstück aus Ostsicht beschrieben wurde. Dem kann ich nicht zustimmen, ohne jedoch eine Wertung zwischen beiden aufmachen zu wollen. Die Art zu erzählen und der Stil des Autors sind vollkommen anders. Auf weitere Werke des Autors darf man sich freuen und gespannt sein.