Wie wird man zum Heiligen Krieger, fragt sich Wolf? Es scheine kein eindeutiges Täterprofil zu geben, aber es finden sich Ursachen, die bei fast allen identisch seien: Diskriminierungserfahrungen, das Gefühl, an den Rand gedrückt zu werden, Identitätskrisen, Wut über Ungerechtigkeiten.
Hinzu komme, dass alle Kontakt zur Salafisten-Szene haben. Ein Salafist sei zwar nicht zwangsläufig ein Terrorist, aber fast alle Täter haben sich bei den Salafisten radikalisiert. Wolf schildert sehr detailliert, wie ein apolitischer und wenig religiöser Mensch zum Dschihadisten „erweckt“ wird, nach Waziristan aufbricht, um in den Heiligen Krieg zu ziehen. Viele kommen desillusioniert zurück, manche sterben den Märtyrertod, doch einige bleiben und holen sogar ihre Frauen und Kinder nach.
Andere, die so genannten "Dschihobbyisten", kämpfen mit dem Keyboard statt mit der Kalaschnikow. Im Internet wachsen und gedeihen die seltsamsten Blüten, man glorifiziere den Heiligen Krieg und erkläre, wie man Bomben bastelt. Der junge Kämpfer kann völlig losgelöst von Kommandozentralen seinen eigenen Krieg führen: Bombe basteln, irgendwo abstellen und schon sei man ein Kandidat fürs Paradies, in dem die Jungfrauen warten.
Seit 2001 wurden Gesetze verschärft, aber das Problem wurde damit nicht entschärft. Es fehlen sinnvolle Aktivitäten zur Prävention. Auf lokaler Ebene gebe es schon einige gute Ansätze, doch fehle eine Strategie auf Bundes- und auf Länderebene. Im Anhang des Buches finden sich viele gute Adressen der Beratungs- und Informationsstellen.
Fazit: Ein Buch, das einen sehr detaillierten Überblick über das Problem darstellt und Lösungsansätze aufzeigt.