Nach "Made in the Shade" ('75) und "Rewind" ('84) erschienen 1993 auf "Jump back" (im Vergleich zu den Mittachtziger-CDs) erstmals Stones-Titel in anständigem Remastering, und diese CD war gleichzeitig die Vorankündigung für den remasterten Stones-Katalog von "Sticky Fingers" bis "Steel Wheels"; wie 2002 irgendwo zu lesen war, waren diese Remasters so gut, dass sie noch acht Jahre später auf "Forty Licks" Verwendung fanden.
Das Cover allerdings reihte sich leider in eine lange Reihe weiterer langweiliger, uninspirierter Plattenhüllen ein - wann hatten die Stones zuletzt mal eine originelle Plattenhülle...? Der Titel verkündete etwas vollmundig "'71-'93", genau genommen ging es um die Jahre '71-'89, geschenkt. Sehr schön sind im Heft die launigen Kommentare von Mick und Keith zur Entstehung der jeweiligen Songs, chronologisch sortiert. Die Besetzungsangaben bei einigen Liedern (z.B. It's only Rock'n'Roll, Emotional Rescue) hätten etwas mehr Sorgfalt in der Recherche vertragen.
Bei dieser CD finde ich die Nichteinhaltung einer Chronologie mal recht erfrischend und abwechslungsreich. Es sind fast alle großen Stones-Singles sowie ein paar unerlässliche Albumsongs und B-Seiten (Wild Horses, Bitch) aus dem genannten Zeitraum enthalten. Bei 74 1/2 Minuten Spielzeit wäre aber doch noch Platz gewesen für einen weiteren "Hit", Happy vielleicht, Heartbreaker, Star Star, She's so cold, Going to a Go-Go (live), She was hot, One Hit (To the Body) oder gar Highwire...
Von Miss you gab es hier zum ersten Mal die Single-Version auf CD, bei Fool to cry, Hot Stuff und Beast of Burden handelte es sich um die Edits, die schon auf "Sucking in the 70s" zu finden waren, Mixed Emotions ist der Single-Edit, Rock and a hard Place ist einfach die früher ausgeblendete Album-Version, nicht - trotz gleicher Laufzeit - der originale Single-Edit mit dem gekürzten Gitarrensolo.
Für die Neuauflage von 2009 hielt man sich durchgehend an die bereits im selben Jahr erschienenen Remasters, deren Klanggewinn sich umso stärker erschließt, je älter die Aufnahmen sind; statt der Single-Version von Miss you griff man diesmal auf die Album-Version zurück.
Die Platte vermittelt mir das ganze Jahr über sommerliche Frische. Sie macht mir solchen Spaß, dass ich sie mir sogar irgendwann später auf Vinyl nachgekauft habe, was ich nicht oft tue.