minutengenau war diese inszenierung:
nachts im tv rumgezappt - aus routine mal bei 3 sat reingeschaut - ah, da beginnt ein film (ah, der 22.25uhr-film auf 3 sat - mist, batterien der fernbedienung sind leer - naja, dann eben ohne teletextinfos...)...
und schon hat er begonnen...
es beginnt ganz interessant... und plötzlich spüre ich wie ich drin bin in dem film... selten geht es mir so, dass die zeit vergeht, ohne dass man auf die uhr schaut, dass die bilder voranschreiten und man wissen will wie es weitergeht - dass neue musik am werk ist, ohne dass sie nervt... dass von loveparade die bilder sind (und sogar die rede), ohne dass es langweilt... und dann sind da diese darsteller... jung, hübsch, authentisch - und v.a. niveauvoll im spiel... das macht spaß - aber es bleibt nicht beim spaß... ein spiel beginnt, das uns mitnimmt auf die reise, das schwankt zwischen idylle und tragödie... eine ahndung taucht auf: oh, das erinnert an kleist - später dann: ah: die wahlverwandtschaften - aber beides wirkt nicht aufgesetzt, ist kraftvoll und sprühend eingearbeitet... dieser film lebt - und hat seinen besonderen reiz darin, dass er andererseits fast wie slapstick daherkommt - ein touch von seifenoper, das schon - aber eine seifenoper auf verdammt hohem regie-niveau... hut ab - es gab applaus vor dem fernseher von mir - zumal das ende auch kurz vor schluss noch tragisch hätte umschlagen können, was gut gewesen wäre... dieses ende aber war mindestens genauso gut: es wirkt real und realistisch - und das bei soviel unwahrscheinlichkeiten im handlungsablauf... eine echte leistung!
weiter so... ich jedenfalls bin nun schon gespannt auf den nächsten christoph-stark-film...
die nur 4 sterne erklären sich so: es gibt schließlich noch tarkowskij oder angelopoulos, ein bisserl luft muss schon noch sein :-)