Aus der Amazon.de-Redaktion
Im Roman Juliet, Naked veröffentlichen Annie und Duncan ihre Rezensionen auf einer Fansite, er euphorisch mit dem Hang zum Größenwahn und voller Vergnügen, die Songs vor allen anderen gehört zu haben, sie leise und zurückhaltend, mit gemessener Kritik. Und plötzlich beginnt sich Tucker Crowe, von dem seit Jahren niemand mehr etwas gehört hat und über dessen Verbleib die wildesten Gerüchte kursieren, zu rühren. Er nimmt zu Annie, von der er sich erstmals seit langem wieder verstanden fühlt, Kontakt auf. Die beiden kommen sich näher – und das auf eine Art und Weise, die Ducan nicht gerade lieb sein kann...
Juliet, Naked von Nick Hornby ist eine Liebesgeschichte, die von der abgestorbenen und entflammten Liebe zweier Menschen ebenso erzählt wie – natürlich! – von der Liebe zur Musik. Wie es Hornby dabei gelingt, selbst aus scheinbaren Belanglosigkeiten wie zwei Musikbesprechungen ganze psychologische Kosmen seiner Figuren zu entwerfen, ist mehr als faszinierend. Juliet, Naked ist ein großartiges, leichthändig formuliertes Buch über Leidenschaft und Verlogenheit, das man unbedingt lesen sollte. – Thomas Köster
Aus dem Redaktionsbüro "imh-service.de"
Hornbys Roman erzählt von einer zerbrechenden Beziehung, der Begegnung zweier Menschen, von Zerrissenheit und dem Finden neuer Lebenswege. In einer kleinen verschlafenen Stadt an der englischen Ostküste namens Gooleness leben Annie und Duncan seit 15 Jahren zusammen – Routine und Langeweile bestimmen ihren Alltag. Wirkliche Leidenschaft gibt es zwischen beiden nicht. Einzig die frenetische Liebe zum Musiker Tucker Crowe lässt Duncan jeden Tag leidenschaftliche Gefühle erleben. Für Crowe, einem nicht mehr ganz frischen US-Rockstar der 80er, hat er vor Jahren eine Fan-Internetseite eingerichtet und tauscht sich auf dieser mit anderen Anhängern des Sängers aus. So ist es für ihn auch die Sensation, als Crowe nach mehr als 20 Jahren ein neues Album veröffentlicht: „Juliet, Naked“. Euphorisch lobt er das Werk in den höchsten Tönen. Doch als seine Freundin Annie eine negative Kritik des Albums ins Netz stellt, ist Duncan entsetzt. Für ihn hat sie keine Ahnung von Musik. Aber Tucker Crowe fühlt sich zum ersten Mal verstanden und mailt Annie aus den USA. Fortan schreiben sich beide E-Mails – ohne das Wissen von Duncan. Es entsteht eine immer größere Nähe zwischen ihnen.
Die ruhige Stimme von Helmut Zierl schafft es, den bitter-süßen Tenor der Romanvorlage einzufangen, ohne dabei eintönig zu klingen. Zierl meistert auch gekonnt die komischen Stellen, die bei Juliet, Naked allerdings eher seltener zu hören sind. Nach Büchern wie High Fidelity und About a boy wird einmal mehr die Liebe Hornbys zur Musik deutlich. Zudem erschafft er Figuren, die sehr real erscheinen. Das Hörbuch ist Popliteratur für die Ohren. - Juliane Sesse und Björn Akstinat / www.imh-service.de
