Spannung, Psycho, Nervenkitzel und eine fantastische Stimmung zum Niederknien. Das war so ungefähr mein Fazit nach rund 118 Minuten mit Belen Rueda (Julia) und Co.
UND DARUM GEHTS:
>Julias Eyes< (zu Spanisch: Los Ojos de Julia) erzählt die Geschichte einer Frau welche nicht an einen Selbstmord ihrer blinden Zwillingsschwester glaubt und sich auf Spurensuche begibt und ganz nebenbei auch noch selbst immer mehr und mehr durch die selbe Krankheit erblindet.
KRITIK:
Seit >Das Waisenhaus< bin ich ein großer Fan spanischer Psycho-Thriller und als ich die Namen "Belen Rueda" und "Guillermo del Toro" erneut in einem Zusammenhang hörte, konnte ich garnicht anders als mir diesen Film anzusehen und was soll ich sagen, auch Dieser ist einfach toll, speziell, einzigartig, Visuell wie Erzählerisch. Der Flair, ja die gesammte Stimmung des Films findet man heutzutage nicht mehr oft vor und schon garnicht in dieser Art und Weise. Vom Gefühl her weiß >Julias Eyes< einfach in jeder Minute glaubhaft zu überzeugen und nicht selten steigt die Spannung bis an die Spitze des erträglichen. Doch auch hier gilt wie schon im Waisenhaus, kein Splatter oder Gore, kein Saw oder Hatchet, nein Psycho und Spannung, Bedrängnis, Vertrauen und die immer funktionierende Angst bzw. Ungewissheit vor der Dunkelheit, das sind die Gewürze die in >>Julias Eyes<< an erster Stelle stehen und diesen Film zu einem verdammt guten Psyco-Thriller machen.
Einen Großteil der Atmosphäre verdankt man in erster Linie wieder Belen Rueda (bekannt aus >Das Waisenhaus<), welche die schöne Julia verkörpert. Sie liefert auch hier wieder eine unheimlich authentische und tolle Leistung ab und weiß in jeder Minute absolut zu überzeugen und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise durch Lügen, Verrat, Geheimnissen und die Angst völlig zu erblinden. Doch auch der Rest des Casts liefert eine gute und für diesen Film so wichtige, glaubwürdige Leistung ab. Alles passt hier wie die gute alte Faust aufs Auge. Ja selbst die Dialoge sind wirklich gut geschrieben und kommen keineswegs plump, unpassend oder lächerlich daher. Alles bewegt sich auf sehr hohem Niveau und passt perfekt zu den Darstellern und den Geschehnissen.
Die Story ist zu dem sehr gut erzählt und wechselt oft zwischen schneller und langsamer Erzählstruktur. Sie bleibt bis auf ganz wenige, unnötige Hänger welche meiner Meinung nach zum Glück nicht weiter ins Gewicht fallen, stets spannend und geheimnisvoll und sie liefert einen fulminanten Showdown welcher für diesen Film nicht spannender hätte sein können. Die Stimmung zieht einen in den Bann und man sitzt einfach über die gesammten 118 Minuten gespannt vorm Fernseher. Ein wichtiger Grund für die tolle Atmosphäre ist einfach der Stil des ganzen Films. Grauer Himmel, geheimnisvolle Personen, viel Regen, trostlose Architektur, die Ängste der Hauptprotagonistin und die Gefahren in die sie sich begibt und dann natürlich immer wieder die Frage was stimmt und was nicht. Allein schon die Perspektiven des durch die Krankheit verursachten eingeschränkten Sichtfeldes von Julia dienen unheimlich gut der Stimmung und nicht selten bekommt man ein Gefühl dafür wie schrecklich es wohl sein muss langsam zu erblinden. Daraus schöpft der Film große Kraft und nutzt immer wieder die gute alte Angst vor der Ungewissheit im Dunkeln. Hinzu kommt der besondere Fakt, das man in >Julias Eyes< nicht immer sofort jedes Gesicht eines Darstellers sieht und erkennt, was sehr dem geheimnisvollen Aspekt und der Spannung zu gute kommt.
FAZIT:
>Julias Eyes< macht in meinen Augen alles richtig was man in diesem Genre nur richtig machen kann. Die Charaktere sind glaubhaft, die Geschichte wird gut erzählt und bleibt bis zum tollen Ende hin durchweg spannend. Die Stimmung ist erdrückend und man findet so etwas heutzutage nur noch selten vor. Ich würde sogar soweit gehen und diesen Film als echte Perle bezeichnen. Wer also mal wieder einen besonderen und sehr gut erzählten Psycho-Thriller sehen möchte, der ist bei >Julias Eyes< an der richtigen Adresse.
Zusätzlich möchte ich jedem dem der Film gefallen hat auch >Das Waisenhaus< ans Herz legen welcher ebenfalls mit dem Namen "Guillermo del Toro" in Verbindung steht und in meinen Augen noch spannender und erzählerisch hochwertiger als der hier rezensierte Film ist und ebenfalls mit Belen Rueda in der Hauptrolle daher kommt.