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Julians Bruder: Roman (Gulliver) Taschenbuch – 19. Dezember 2014

24 Kundenrezensionen

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 640 Seiten
  • Verlag: Beltz & Gelberg; Auflage: 5 (19. Dezember 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3407740042
  • ISBN-13: 978-3407740045
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
  • Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 4,1 x 18,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 121.868 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Klaus Kordon wurde 1943 in Ostberlin geboren und musste schon in jungen Jahren schwere Verluste verkraften: Sein Vater fiel im Krieg, die Mutter starb 1956. Kordon wuchs in Kinder- und Jugendheimen auf. Bevor er an der Abendschule das Abitur nachholte und in einem Fernstudium Volkswirtschaft studierte, war er u. a. Transportarbeiter. Er distanzierte sich immer mehr vom politischen System der DDR und unternahm schließlich 1972 einen Fluchtversuch, der scheiterte: ein Jahr "Stasihaft" war die Folge. 1973 wurde er von der Bundesrepublik freigekauft und ging nach Frankfurt am Main. Hier verfasste er 1977 sein erstes Buch, den Jugendroman "Tadaki" (heute: "Der Weg nach Bandung. Tadakis Geschichte") (1977). Klaus Kordon lebt heute wieder in Berlin. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Produktbeschreibungen

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Warum ist Julian Sternberg eigentlich noch auf der Schule? Dabei sieht man ihm doch schon am Nachnamen an, dass er trotz seiner evangelischen Religion ein schmutziger Jude ist. Das jedenfalls findet der neue Lehrer Breitenstetter, der sofort Nachforschungen anstellen lässt -- und schließlich triumphieren kann. „Ob getauft oder nicht“, sagt der Lehrer seiner Klasse: „Jude bleibt Jude! Das mit euch Judenchristen ist doch nur Tarnung. Oder ist ein Wolf etwa kein Wolf mehr, wenn er sich einen Schafspelz überzieht?“

Dann fragt der dicke Hansi Schmidt, „der viel Angst vor den Lehrern hatte, sich ihnen aber trotzdem irgendwie zugehörig fühlte“, woran Breitenstetter Julian hätte enttarnen können. Also müssen Paul und Julian nach vorne kommen, damit der Lehrer dort ihre Schädel an die Tafel zeichnen kann. „Der Paul ist ein typischer Arier. Er besitzt einen nordischen Langschädel, graublaue Augen und eine gerade Nase. Dem Sternberg hingegen sieht man sein Untermenschentum schon an der nur wenig ausgeprägten Kopfform an. Außerdem hat er sicher Plattfüße. Stünde nicht zu befürchten, dass seine Füße stinken, würde ich Euch das vorführen“. Von Julians „Untermenschentum“ merkt Paul nicht viel. Die beiden Jungen sind die besten Freunde, Brüder fast. Trotzdem muss Julian von der Schule, und als seine Eltern 1942 deportiert werden, überlebt er im Untergrund, vom Ich-Erzähler Paul unterstützt und begleitet. Aber auch nach der deutschen Kapitulation ist die Odyssee der Freundschaft noch nicht zu Ende. Denn die sowjetischen Befreier richten im ehemaligen Nazi-KZ Buchenwald ein Internierungslager ein...

Am Ende von Julians Bruder findet sich ein kleines Glossar, dass Begriffe von „Arier“ bis „Zionisten“ einfach und verständlich erklärt. So werden junge Leser anschaulich nicht nur an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, das mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs noch lange nicht zu Ende war, sondern auch an die den meisten fremde jüdische Kultur herangeführt. Und nebenbei erfährt man auch noch viel über die Psychologie des Nazi-Terrors, die aus einem ganzen Land ein Volk von Tätern, Opfern (und Helfern) machte. So ist Julians Bruder ein informatives Geschichtsbuch ebenso wie ein zwar trauriger und aufwühlender, aber vor allem auch spannender historischer Roman. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Kordon ist es gelungen, einen wichtigen, vielen nicht bekannten Teil deutscher Geschichte überzeugend, für jugendliche Leser (und Erwachsene!) verständlich aufzuarbeiten und gleichzeitig mit einer bewegenden Geschichte über eine innige Freundschaft und eine große Liebe zu verbinden.« Main Echo »Kaum einer erzählt Kindern und Jugendlichen deutsche Geschichte so gut wie Klaus Kordon - und Erwachsenen übrigens auch.« Brigitte »Die Gefühle und Wahrnehmungen, die Menschen und Situationen so spannend und klar, farbig und ungeschönt in Worte zu fassen, dass man es liest, als wäre man dabei, mit allen Konflikten, unversöhnlichen Gegensätzen, mit Widersprüchen und Brüchen, mit Witz und Tragik - das versteht kein Autor so gut wie Klaus Kordon.« Literaturblatt »Keine leichte Kost, aber mitreißend und ungeheuer bewegend ... Ein hervorragend recherchierter Roman - nicht nur für Jugendliche!« Brigitte Buch extra »Ein einfühlsam und packend geschriebenes Jugendbuch.« tachles. Das jüdische Wochenmagazin, Schweiz »Julians Bruder ist ein erschütternder Entwicklungsroman über zwei Jungen, die stellvertretend für eine Generation der Betrogenen stehen.« Neue Osnabrücker Zeitung 2005 »Doch wie bedrückend vieles auch ist, von dem hier die Rede ist - Kordon fesselt den Leser zwar, aber er entmutigt ihn nicht. Es ist ein bewegendes Buch.« Berliner Zeitung »n seiner unprätentiösen, darum so eindringlichen Weise, schreibt Kordon über ein Thema, das lange tabu war.« Ake Huber, Die Welt »Kordon beschreibt die ausweglose Situation der Menschen, ohne die wenigen lustigen Momente des Lebens außen vor zu lassen. Er schildert tiefe Gefühle, berichtet von Hass und Hilfsbereitschaft. Und er macht ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte begreifbar - auch für junge Leser.« Augsburger Allgemeine »Beklemmend und berührend erzählt Kordon von den Gefühlen und Gedanken der beiden jungen Männer, von der Schwierigkeit, an Willkür und Unterdrückung nicht zu zerbrechen - und vom Zynismus der Geschichte.« Österreichisches Bibliothekswerk

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4.8 von 5 Sternen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

23 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von egosumwustie am 9. April 2005
Format: Gebundene Ausgabe
Eins dieser Bücher, das ich angefangen habe, obwohl ich doch eigentlich gar keine Zeit zum Lesen hatte... und wie ich sie nach ein paar Seiten hatte! Wie sonst ließe es sich erklären, dass ich es nur noch für so wichtige Dinge wie Essen und Schlafen aus der Hand gelegt habe? Es ist sogar Straßenbahn mit mir gefahren....
In ein paar Tagen ist der sechzigste Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald durch alliierte Truppen - und Kordon deckt mit seinem Buch ein Kapitel auf, das die wenigsten bisher kennen.
Doch von Anfang an: Jule und Paul sind die besten Freunde, und das bleibt auch so, als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, obwohl Julian Jude ist. Mit Hilfe seines Freundes und dessen Familie überlebt er den zweiten Weltkrieg in Berlin als "U-Boot", als Untertaucher. Jule hat es geschafft, die Zeit der Nazis zu überstehen, ohne deportiert zu werden. Doch jetzt, als die Russen in der Stadt sind, werden er und Paul festgenommen, weil sie sich gegen eine Ungerechtigkeit wehren. Beide kommen ins Konzentrationslager Buchenwald, aus dem einer von beiden nicht mehr wiederkehren wird. Wenn es nicht tatsächlich Belege dafür gäbe (und die sind auch Kordons Buch beigelegt), dass in Buchenwald tatsächlich auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg Juden inhaftiert wurden und auch starben, würde man wohl denken, da hätte jemand zu viel Phantasie.
Bis zum Ende will man nicht glauben, dass die Geschichte so ausgeht. Aber so ist es nun einmal, und es ist gut, dass auch einmal diese Seite gezweigt wird. Es geht dabei nicht um ein gegen einander rechnen der Verbrechen der Nazis und der der Russen, das wird wohl kaum Kordons Anliegen gewesen sein!
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Weißwurstschlumpf am 14. September 2006
Format: Gebundene Ausgabe
Ich habe während der Lektüre dieses Buches mein Erwachsensein schlicht vergessen und dank des hervorragenden Schreibstils von Klaus Kordon die Geschichte mit den Augen eines Jugendlichen erleben dürfen; eines Jugendlichen, um den sich das Netz des Nationalsozialismus immer enger zuschnürt. Es ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem jüdischen und einem nichtjüdischen Jungen. Beide müssen sich auf existentielle Weise mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen. Von beiden fordert er auf unterschiedliche Weise große Opfer. Ein weiterer erschütternder Teil der Handlung spielt sich in der sowjetisch besetzten Zone in einem ehemaligen KZ ab, das von den Russen als Internierungslager genutzt wurde.
Als Leser war ich auch ganz emotional mit in die tiefe Freundschaft der beiden Hauptcharaktere eingebunden und ersehnte mir zutiefst ein "Happy End".
Kordon verknüpft die Geschichte auch mit vielen historischen Daten (wie z. B. Reichspogromnacht), die sehr einprägsam beschrieben werden. Im Anhang befindet sich ein Glossar, das ich während der Lektüre immer wieder mit Gewinn "aufgesucht" habe.
In jeder Hinsicht ist "Julians Bruder" ein Buch, das ich mit 5 Sternen (wie auch alle meine Vorrezensenten) weiterempfehle.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 24. Juni 2004
Format: Gebundene Ausgabe
INHALT: Berlin nach dem 2. Weltkrieg: Julian (nur Jule gerufen) und seinem Freund werden durch einen unglücklichen Zwischenfall von sowjetischen Soldaten gefangen genommen und mit weiteren Gefangen nach Buchenwald gebracht. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die KZ der NSDAP von den Sowjets zu Gefangenlagern umfunktioniert, in denen sie ihre Gegner inhaftierten. Kordon beschreibt das Leben in diesem Gefangenlager anhand von Jules Erlebnissen. BEWERTUNG: Wie alle Bücher von Kordon hat auch die Erzählung von Jule einen geschichtlichen Hintergrund. Die Erzählung ist einfühlsam, bewegend und spannend. Man fühlt sich beim Lesen in die Hauptfiguren versetzt. Vor allem erfährt man etwas über einen Teil der deutschen Geschichte, der bis jetzt noch nicht jedem bekannt ist. Ich habe bei einer Lesung von Kordon nur einen Auszug von „Julians Bruder" gehört, aber ich war so gefesselt, dass ich mir das Buch auf jeden Fall kaufen werde. Ich bin der Meinung, es lohnt sich dieses Buch zu lesen!!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von M. Knoch VINE-PRODUKTTESTER am 10. November 2006
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Jule und Paul - zwei Jungs die im November 1928 geboren wurden. Sie wachsen - fast als Zwillinge - Berlin auf. Dort mit der Machtergreifung Hitlers änder sich einiges. Julian muss die Schule verlassen - und erfährt hier zum ersten Mal, dass er Jude ist - obwohl er evangelisch getauft wurde. Das Leben für die jüdische Bevölkerung wird immer schwieriger - doch Pauls Eltern versuchen Julians Familie so weit wie möglich zu unterstützen. Jule kann untertauchen und überlebt den Krieg als "U-Boot". Neben der Sorge um Paul, leidet seine Familie natürlich auch unter dem Krieg - sein Vater ist an der Front und Paul wird später selbst eingezogen. Paul und Jule überleben beide den Krieg. Doch leider ist ihr Leidensweg noch nicht vorbei - beide kommen ins ehemalige KZ Buchenwald, in dem die Sowjetunion ein Internierungslager eingerichtet hat. Hier beginnt für beide eine sehr schwer Zeit!

Die tiefe Freundschaft von Jule und Paul hat mich tief bewegt! Klaus Kordon hat es wieder einmal geschafft, dass ich mich in die Rolle von Paul (ich-Erzähler) hineinversetzt habe und mit Paul und all den Menschen die ihm lieb sind mit!

Nebenbei wird dem Leser viel vom geschichtlichen Hintergrund der damaligen Zeit vermittelt. Ein ausführliches Nachwort und ein Stichwortverzeichnis runden das ganze ab!

Ein sehr lesenwertes Buch!!!
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