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Angeblich ist Julian Plenti älter als Interpol. Schon bevor es die Band gab, komponierte und spielte Paul Banks unter diesem Namen. Jetzt nutzte er die Interpol-Pause nach "Our Love To Admire", um ein Album unter dem Pseudonym einzuspielen. Dieses Vorhaben wurde dadurch begünstigt, dass er inzwischen die gängige Studio-Software beherrscht und so konnte er "Is Skyscraper" in Eigenregie nach seinen Vorstellungen produzieren.
Man hört den Songs an, welche kreative Freiheit bei ihrer Entstehung herrschte. Als Julian Plenti kann Banks seinen Ideen folgen, ohne Kompromisse mit einer Band zu machen. Dabei bestehen natürlich unüberhörbare Verbindungen zu Interpol: Da ist Banks' Stimme, dieser dunkle, unverkennbare Bariton. Und außerdem ein Grundgefühl emotionaler Leere, um das auch die Songs von Interpol immer wieder kreisen.
Plenti versucht aber über weite Strecken des Albums, den Interpol-Sound zu vermeiden. Seine Musik ist zurückhaltender, ruhiger und sparsamer an Ausbrüchen mit verzerrten Gitarren. Dafür baut er viele unterschiedliche Klänge und Instrumente ein. Mal klimpert ein Piano, mal wird ein Cello gestrichen, an anderer Stelle ertönt eine fanfarenhafte Trompete.
Diese Lust am Ausprobieren macht das Album interessant, so richtig warm wird man mit "Is Skyscraper" aber auch nicht. Denn neben einigen starken Songs hat sich in Julian Plentis Mappe über die Jahre deutlich schwächeres, bisweilen ziemlich eintöniges Material angesammelt, das auch seinen Weg auf das Album gefunden hat.
Vor allem wirkt die Platte trotz vieler akustischer Instrumente überraschend kühl - man spürt, wie jeder Klang mit dem Computer bearbeitet und an seine Stelle gefügt wurde. Diese detailgenaue digitale Optimierung tut "Is Skyscraper" nicht immer gut. Es fehlt an Bewegung, an Überraschendem. Und vielleicht fehlt einfach eine echte, harmonierende Band. Da freut es zu hören, dass Banks inzwischen auch mit Interpol wieder an neuen Songs arbeitet.
Kurzbeschreibung
Plentis künstlerische Pause endete 2006, als er die Produktions-Software Logic Pro entdeckte. Logic erwies sich als kreativer Riesengewinn für ihn, weitaus besser als alles andere, das er bis zu diesem Zeitpunkt ausprobiert hatte. So konnte er gleichzeitig an mehreren Instrumenten komponieren und das Ergebnis zum Schluss noch selbst mit Beats verfeinern. Zunächst verhalf er seinen Akustikarbeiten “Girl On The Sporting News“, ”On The Esplanade”, ”Fly As You Might“ und „Fun that We Have“ zu einem frischen neuen Anstrich mit Streichern und Beats: Skyscraper war geboren.
Im Herbst 2008 verlagerte er seine Arbeit in die Seaside Lounge Studios in Brooklyn um mit seinem alten Schulfreund und jetzigem Studiobesitzer Charles Burst am Album zu arbeiten. Burst fungierte meist als Toningenieur, kam bei einigen Songs aber auch am Schlagzeug zum Einsatz. Bläser und Streicher wurden eingeladen, um die Arrangements mit Leben zu füllen und Plenti bat einige nahe Freunde, sich musikalisch auf seinem Album zu verewigen, z. Bsp Mike Stroud von Ratatat und Sam Fogarino von Interpol.