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Julian Plenti Is Skyscraper [Vinyl LP]
 
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Julian Plenti Is Skyscraper [Vinyl LP]

Julian Plenti Vinyl
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Vinyl (31. Juli 2009)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Matador/Be (Indigo)
  • ASIN: B002BSH26Y
  • Weitere verfügbare Ausgaben: Audio CD  |  MP3-Download
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 154.501 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

Produktbeschreibungen

motor.de

Hinter Julian Plenti verbirgt sich Paul Banks, der Sänger von Interpol. Während die Band pausiert, durfte das Alter Ego nun sein erstes Album fertig stellen.

Angeblich ist Julian Plenti älter als Interpol. Schon bevor es die Band gab, komponierte und spielte Paul Banks unter diesem Namen. Jetzt nutzte er die Interpol-Pause nach "Our Love To Admire", um ein Album unter dem Pseudonym einzuspielen. Dieses Vorhaben wurde dadurch begünstigt, dass er inzwischen die gängige Studio-Software beherrscht und so konnte er "Is Skyscraper" in Eigenregie nach seinen Vorstellungen produzieren.

Man hört den Songs an, welche kreative Freiheit bei ihrer Entstehung herrschte. Als Julian Plenti kann Banks seinen Ideen folgen, ohne Kompromisse mit einer Band zu machen. Dabei bestehen natürlich unüberhörbare Verbindungen zu Interpol: Da ist Banks' Stimme, dieser dunkle, unverkennbare Bariton. Und außerdem ein Grundgefühl emotionaler Leere, um das auch die Songs von Interpol immer wieder kreisen.

Plenti versucht aber über weite Strecken des Albums, den Interpol-Sound zu vermeiden. Seine Musik ist zurückhaltender, ruhiger und sparsamer an Ausbrüchen mit verzerrten Gitarren. Dafür baut er viele unterschiedliche Klänge und Instrumente ein. Mal klimpert ein Piano, mal wird ein Cello gestrichen, an anderer Stelle ertönt eine fanfarenhafte Trompete.

Diese Lust am Ausprobieren macht das Album interessant, so richtig warm wird man mit "Is Skyscraper" aber auch nicht. Denn neben einigen starken Songs hat sich in Julian Plentis Mappe über die Jahre deutlich schwächeres, bisweilen ziemlich eintöniges Material angesammelt, das auch seinen Weg auf das Album gefunden hat.

Vor allem wirkt die Platte trotz vieler akustischer Instrumente überraschend kühl - man spürt, wie jeder Klang mit dem Computer bearbeitet und an seine Stelle gefügt wurde. Diese detailgenaue digitale Optimierung tut "Is Skyscraper" nicht immer gut. Es fehlt an Bewegung, an Überraschendem. Und vielleicht fehlt einfach eine echte, harmonierende Band. Da freut es zu hören, dass Banks inzwischen auch mit Interpol wieder an neuen Songs arbeitet.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Daniel B.
Format:Audio CD
Ja, ja, schon gut, der Titel dieser Rezension mag ein wenig überzogen und nicht der wahre Bringer sein, aber irgendwie passt er; passt zum Interpreten, passt zu dieser Platte, passt! Denn so sehr Banks sein Alter Ego auch blühen und gedeihen lässt, in und über allem ist nichts anderes als die Quintessenz Interpols zu vernehmen.

Über Sinn und Zweck von Solo-Projekten kann endlos gestritten werden: möchte der Künstler nun einmal ganz alleine kreativ sein, möchte er sich von seinen Einflüssen freispielen oder diese noch präzieser inszenieren, oder überhaupt etwas ganz anderes? Beispiele gibt es noch und nöcher, positive wie negative. Banks hat sich wohl auch lange den Kopf darüber zerbrochen (zumal Plenti angeblich älter ist als Interpol), letztendlich gebahr er eine Platte ohne Interpol, die manchmal nach Interpol klingt und eher langweilt, wenn sie es nicht tut. Gerade "Only if you run" und "Games for Days" klingen, als hätten sie auf "Antics" keinen Platz mehr gehabt; Songs, die sich bewusst von Interpol entfernen ("Girl on the sporting News", "On the Esplanade") können ob ihrer trägen Eintöngikeit nicht ganz überzeugen, da helfen auch saftige Breaks und die zweifellos vorhandene Experimentierfreudigkeit nichts.

Freilich darf man nicht bei jedem Song das Interpol-Maß ansetzen, damit wären Sinn & Idee eines Solo-Projekt ja ad absurdum geführt; als langjähriger Interpol-Fan ist es allerdings nicht einfach, diese seltsame Vorwurfseinstellung abzulegen. Wenn man Banks singen hört, dann will man auch irgendwie den Dengler-Bass dazu, die schnittige Gitarre von Kessler und die Präzission des Fogarino-Schlagwerks. Aber das ist ja auch irgendwie das Schöne an Solo-Projekten, dieser "fight or flight"-Aspekt: entweder man nimmt es hin oder lässt es bleiben. Wer sagt denn, dass einem Banks als Plenti gefallen muss, nur weil man Interpol-Fan ist? Eben, niemand! Und damit wären wir auch schon bei der nächsten guten Sache, die Solo-Dinger mit sich bringen: ich traue es der Platte durchaus zu, gänzlich neue Hörer erschließen zu können; vielleicht wird so mancher, der zuvor nichts mit Interpol anfangen konnte, durch Banks'/Plentis Songs bekehrt. Oder auch umgekehrt: Gitarrenhelden finden womöglich an der Poplastigkeit von "J.P. is Skyscraper" Gefallen und trauen sich dadurch an neue Platten, die bislang fernab ihres Horizontes lagen. Ja, vielleicht ist diese Platte ein kleiner "missing Link", ein hübscher Hybrid, der die Lager eint. Okay, das ist jetzt schon wieder überzogen und vielleicht nicht so ganz der Bringer, aber wer weiß...?

Kurz und gut: ich bereuhe den Kauf nicht; die Platte hat meinem Bild von Paul Banks eine neue Facette hinzugefügt und auch die Vorfreude auf ein weiteres Interpol-Album geschührt. Ich kann jedem Interpol-Fan nur empfehlen, sich Plenti mal anzuhören (aber mit diesem Aufruf trage ich wohl Eulen nach Athen, oder?); und wenn er nicht gefällt: was soll's? Dann eben wieder zurück zu "Antics".
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Martin Lorenz TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD
... dass es Paul Banks mit seinem Alter Ego und dessen Solodebüt "Julian Plenti is ... Skyscraper" nicht eben leicht haben würde bei der Kritik, allzu komplex und in sich gekehrt hat sich die Musik seiner Band Interpol in den letzten Jahren entwickelt, zu unnahbar wirkte der charismatische Sänger für die hechelnde Journaille. Und als er sich desöfteren mit Extopmodel Helena Christensen zeigte und sich auch daraus keine Stories für die Klatschpresse stricken ließen, war das Beil geschliffen und die Hinrichtung abgemachte Sache. Dass diese nun vorerst verschoben werden muß ist erstaunlich genug, die Kritiken zum ersten Soloalbum fallen doch milder aus als erwartet und manch ein Freund der Parole "Kopf ab!" hat sich sogar zu einer wohlwollenden Empfehlung hinreißen lassen. Tatsächlich sind die Songs auf dem Album zwar bei weitem nicht so vielschichtig wie zum Beispiel auf "Our Love To Admire", dem letzten Meilenstein von Interpol, auch den zwingenden, wuchtigen Beat von "Antics" sucht man meist vergebens - interessanterweise findet man ihn dann beim einzigen Stück, an dem auch Sam Fogarino, der Drummer der Band, mitgefrickelt hat, der zweiten Single "Games For Days". Und trotzdem ist es eine zwar gewohnt unterkühlte, doch abwechslungsreiche, interessante Platte geworden: Wieder entfaltet das raue, elegische Timbre von Banks seinen unwiderstehlichen Zauber und macht einige, wenn auch beileibe nicht alle Songs auf "...Skyscraper" zu unverkennbaren Ohrwürmern. Wieder sind es eher die schwermütigen Sachen, die über dem Durchschnitt liegen, "On The Esplanade" prickelt angenehm dunkel, "Skyscraper" wirkt noch eine Spur mystischer, auch der "Madrid Song" hat seine berückenden Momente. Anderes wieder kommt recht unentschieden daher, die erste Single "Fun That We Have" zählt dazu genauso wie das fast schon beschwingte "Unwind". Man möchte sich die Augen (oder besser die Ohren) reiben bei solchen Klängen, solche krachigen Zwitter waren ja die Sache von Interpol nicht und irgendwie passt es wohl auch zum Menschen Paul Banks, der deutlich geerdeter, klarer und lebensbejahender wirkt als noch vor eins, zwei Jahren. Der Zynismus ist einer durchaus positiven Melancholie gewichen, das Instrumental "H" also auch ein kleines, augenzwinkerndes Gegenstück zum bitterbösen, kaltschnäuzigen "The Heinrich Maneuver" aus dem Jahr 2007. Man darf sich also freuen über dieses Ergebnis der Selbstbesinnung und auch über den Mut, diese Platte zu bringen - in den letzten Interviews hatte Banks ja anklingen lassen, dass er mit Vorliebe eben nicht wie vielfach vermutet die alten Platten von Joy Division, Television und den Chameleons hört, sondern hauptsächlich Rap und Hip Hop. Gut, dass man das dem Album in keinster Weise anhört - so bleibt der Kopf dran!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von stendado
Format:Audio CD
Vor dem ersten Anhören zuerst ein Blick ins Booklet. Peter Katis, Tarquin Studios! Bei Interpol-Anhängern machts da klick, Erinnerungen an die legendäre "Turn on the bright lights" werden wach, quasi rückgeerdetes Interpol war meine erste Vorstellung. Die sich gottlob als falsch erwies! "Interpolis" werden zwar keineswegs enttäuscht sein, aber das Mr. Banks etwas neues, anderes wohl schon länger auf der Seele lag ist deutlich erkennbar. Ein wunderschönes, abwechslungsreiches Album mit vielen Highlights und keiner erkennbaren Schwachstelle. "Only if you run", "No chance survival"- Songs fürs Leben!!! Ansonsten deutlich weniger Melancholie als erwartet, viele leichte, fast fröhliche Momente, unterstützt von vielen Streicher und Bläserelementen. Fazit: sicherlich keines dieser Soloalben wo man nie das Gefühl los wird, das hätte er auch mit seiner "Hauptband" machen können, ein eigenständiges, kraftvolles Album das sich genug, aber doch nicht völlig von Interpol abgrenzt (immerhin, Sam Fogarino darf einmal drummen). Pretty, pretty fine, Mr. Banks ähm... Plenti.
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