Die Reise zum prähistorischen Planeten entpuppt sich als Reise in die Niederungen des Kalten Krieges. Der sowjetische Originalfilm von 1962, der in der DDR damals unter dem Titel "Planet der Stürme" lief, erzählte spannend und auch, an einigen Stellen, sehr melodramatisch und pathetisch die Geschichte einer sowjetischen Venusexpedition. Da man im Kalten Krieg in den USA aber so was nicht zeigen kann, hat man eben ein paar völlig unbedeutende und gradezu lächerlich wirkende Szenen mit Basil Rathbone nachgedreht und in den Film eingeschnitten und dafür alles, was auf die UdSSR hinweisen könnte, entfernt. Die Protagonisten bekamen englische Namen und fertig ist die Ami-Weltraumexpedition. Bleibt nur zu hoffen, das die Zuschauer nicht fragen, warum amerikanische Raumschiffe ihre Namen in kyrillischen Buchstaben am Rumpf tragen...
Die deutsche Synchronisation des Films ist ein weiteres Armutszeugniss. Zum Teil klingen die Stimmen wie vorgelesene Texte von absoluten Laien und was den Sinn des Vorgetragenen angeht, mag ein Beispiel verdeutlichen: Beim Anblick eines gewaltigen Dinosauriers sagt ein Kosmonaut im Originalfilm: "Von dem nehme ich eine Blutprobe." In dieser Fassung hier sagt er: "Den leg ich um, dann haben wir was zum Mittagessen." Ha Ha.
Was der Name "Jules Verne" auf dem Cover zu bedeuten hat, bleibt übrigens absolut rätselhaft. Genausogut hätte dort auch "Zitronenlimonade" stehen können.
Fazit: Seht euch lieber das Original an, auch wenn die Bildqualität dort etwas bescheidener ist. Alles zusammengenommen ist "Die Reise..." nur ein fader Abklatsch eines Klassikers.