Mit Sicherheit gehört der Film (1961/1962) von Francois Truffaut zu den Klassikern des internationalen Films.
1912: Ein deutscher und ein französischer Schriftsteller schließen in Paris Freundschaft. Warum der Deutsche (Oskar Werner) allerdings JULES heißt und der Franzose JIM (Henri Serre), bleibt das Geheimnis des Autors der literarischen Vorlage Henri-Pierre Roche. Auf der Suche nach Abenteuern mit den schönsten Mädchen der Stadt begegnen sie schließlich Catherine (Jeannne Moreau), in die sich beide verlieben. Zu dritt verleben sie eine unbeschwerte Zeit. Catherine und Jules heiraten und leben im Schwarzwald. Im Ersten Weltkrieg kämpfen die beiden jungen Männer an unterschiedlichen Fronten. Nach dem Krieg besucht Jim die Familie und erfährt, dass die Ehe nicht glücklich ist. Es beginnt erneut eine seltsame Dreierbeziehung, aus der Catherine hin und wieder mit einen anderen alten Bekannten aus Paris ausbricht. Ihr eigenartig launisches und unberechenbares Handeln scheint nicht in die reale Welt passen.
Durch einen Autorenkommentar erhält die Geschichte sowohl einen melancholischen als auch ironischen Ton. Die Helden sind wie Don Quijote und Sancho Pansa. Das wunderbare Chanson, das Catherine singt, sagt worum es im Film geht: Das Wechselspiel von Sich-Finden und Sich-Trennen. Der Breitwandfilm in schwarz-weiß versucht die Stimmung alter Stummfilme aufzugreifen. Manchmal beginnt das Bild zu flimmern und der Gesichtskreis wird eingeschränkt. Dokumentaraufnahmen aus dem Weltkrieg zerstören die anfängliche Idylle. Dann wieder gibt es rasante Kamerafahrten.
Truffauts erfolgreichster Film bleibt erstaunlich unterkühlt und das Spiel der Stars verstärkt das Gefühl, in einer kalten Welt angekommen zu sein. "Jules und Jim" ist ein Paradebeispiel für den AUTORENFILM, dem sich die Darsteller unterordnen.
Sehenswert!