Eine schöne, leichte Liebesgeschichte wird hier am Anfang erzählt. Schöne, intelligente und gebildete Menschen treffen sich und verlieben sich ineinander und verbringen die großartigste Zeit ihres Lebens - nur leider sind sie zu Dritt. Zwei gute Freunde, einer aus Deutschland, der andere Franzose, treffen auf eine wunderbare Frau gespielt von einer großartig aufgelegten, etwas verrückten Jeanne Moreau. Natürlich müssen sich beide Männer in sie verlieben. Aber zu Beginn ist selbst das kein Hindernis, man arrangiert sich und es geht weiter mit dem schönen Leben in Stadt und Land.
Nur leider werden junge Menschen erwachsen, man muss Entscheidungen treffen und auch ein Krieg zerreist schließlich das Trio. Der Film erzählt die Lebensgeschichten der drei Protagonisten über Jahre, und aus den jungen, glücklichen, geschichtslosen Jugendlichen des Anfangs werden gezeichnete, vielleicht sogar gescheiterte Existenzen. Und dennoch spielt die Liebe der drei immer noch eine große Rolle. Leider wachsen mit den inzwischen wechselnden Konstellationen der Beziehung der drei Beteiligten auch die persönlichen Verletzungen. Schließlich kommt auch ein Kind ins Spiel.
Der Film erscheint sparsam, einfach und gerade heraus, fast schon effizient erzählt. Er ist in Schwarzweiß gedreht und gilt als einer der wichtigsten Filme von Truffaut und der Nouvelle Vague, vielleicht sogar des französischen Kinos überhaupt. Unglaublich viele, großartige Dialoge sind der Romanvorlage entnommen, die wiederum auf den Erlebnissen historischer Personen beruht. Vielleicht ist das wichtigste Thema hier sogar nicht Liebe, sondern die Freundschaft der beiden männlichen Protagonisten, die trotz allem erhalten bleibt. Der Film hat ein melancholisches, großartiges Ende. Für mich ist es einer der Filme für die einsame Insel.