Das zweite der beiden legendären Konzerte von Pearl Jam 2003 in New York. Genau einen Tag nach ihrem fast dreistündigen triumphalen Konzert im Madison Square Garden in New York schaffen Pearl Jam am 09. Juli 2003 in New York das unmögliche - sie halten den unglaublichen hohen Intensitätslevel des Vortages - ohne sich dabei jedoch zu wiederholen. Waren am Vortag 7000 Fanclubmitglieder in der ausverkauften Halle dabei, so sind es bei diesem Gig laut Vedder sogar 8000. Dies ist aber neben dem Ort die einzige Gemeinsamkeit der beiden Konzerte. Die Setliste wurde umgestellt, im Set vor den beiden Zugabeblöcken liegt der Schwerpunkt diesmal auf den schnelleren/härteren Songs. Es werden zwar wieder während des gesamten Gigs 30 Songs zum besten gegeben, aber auf Jamsessions mit Gästen und Sing-alongs mit den Fans wurde im Gegensatz zum Vortag verzichtet. Die Band unterstreicht damit, dass sie es nicht nötig hat, durch stereotypes Wiederholen und Abspulen von immergleichen Showmustern sich entsprechende Publikumsreaktionen zu sichern. Bei Pearl Jam steht die Musik im Vordergrund und die Musik ist es, die diesen Mitschnitt so grandios macht. Und somit ist es die Reaktion der Fans auf exakt diese Musik, welche die Bühne im Madison Square Garden zum wackeln gebracht hat. Genau wie auf dem CD-Set vom 08.Juli 2003, gibt es hier keinen einzigen Ausfall zu verzeichnen. Wie erwähnt, ist die Stimmung aber aufgrund der unterschiedlichen Setlist eine andere und somit ist die vorliegende Aufnahme eine sinnvolle und spannende Ergänzung zu der vom Vortag. Der Gig erscheint schneller und vereinzelt aggressiver, ohne dabei aber das vorangegangene Konzert abzuwerten. Einzelne Songs besonders zu loben, wäre wieder vergebliche Liebesmüh, dennoch sind die Vorträge der Coverversionen von den Ramones (I believe in miracles), von The Clash (das grandios gespielte „Know your rights") und „Rocking in the free world" von Neil Young an diesem Abend besonders gelungen. Des weiteren stechen für mich persönlich „Save you", „Corduroy", „I am mine", „Black", das herausgeprügelte „Whipping",das den Hauptset furios abschließende „Porch" und das einfach nur schöne "All or none" noch besonders hervor. Der am Vorabend nicht gespielte „Signature-Song" „Alive" kommt im ersten Zugabenblock in einer dermaßen wundervoll berührenden Version daher, das die Publikumsreaktionen ab Mitte des Songs nur allzu verständlich sind. Am Ende des Gigs steht wie am Vortag „Yellow Ledbetter", dessen Ausklingen die Unterschiede der beiden Nächte am besten auf den Punkt bringt. Klang das Outro am 08. Juli noch clean und entspannt, so klingt es hier am darauffolgendem Tag ansatzweise aggressiv und verzerrt à la Hendrix. Egal ob man sich für die vorliegende Aufnahme entscheidet, oder für die des Vortages - besitzt man eine von beiden, so wird man sich zwangsläufig das Pendant zulegen wollen. Rock'n'Roll in einer seiner absoluten Sternstunden! Wahrlich „Value for money"!