Chan Marshall aka Cat Power hat ja mit "The Greatest" endlich den lang verdienten Erfolg gehabt, nun veröffentlicht sie mit "Jukebox" ein zweitesmal, nach "The Covers Record" eine Sammlung mit Interpretationen von Liedern anderer KünstlerInnen. Alben mit Coverversionen finde ich an sich immer etwas problematisch, vor allem wenn viele verschiedene Künstler Werke einer großen Musikerpersönlichkeit einspielen, denn da fragt man sich ja, weshalb man nicht gleich zum Original greifen sollte. Ganz anders hier: zum einen wählt Cat Power für ihre Platte nie das Offensichtliche, z.B von Bob Dylan ausgerechnet "I believe in you", manche Lieder waren mir eher unbekannt, und man freut sich über Neuentdeckungen, und die bekannten Songs eignet sich Chan Marshall derart eigenwillig an, dass alle wie ihre eigenen Lieder wirken, und das macht ja die große Kunst bei Coverversionen aus, dass man die Lieder nicht nur eins zu eins nachspielt, sondern ihnen neue Aspekte abgewinnt. "Ramblin' (WoMan)" ist ein schönes Beispiel. Und natürlich "New York", das wie damals "I can get no" kaum wiederzuerkennen ist. Sie covert auch ein eigenes Lied, was eigentlich überflüssig war, und steuert eine zweite Eigenkompositin bei, "Song to Bobby", in der sie plötzlich in die typische Singweise Dylans verfällt, ohne ihn dabei lächerlich zu machen. Cat Power lebt in diesen Liedern.
Die Band agiert im Hintergrund und verleiht gerade den nötigen drive, der auf "the covers record" etwas fehlte.
Die zweite CD mit fünf weiteren Liedern ist unbedingt nötig, verstecken sich hier doch fast die Höhepunkte von "Jukebox", das treibende "Naked if I want to" oder das traurige "Angelitos negros".
Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, ist, dass sich manchmal eine gewisse Eintönigkeit einstellt, denn die Band spielt doch etwas zu routiniert.