Ich habe "Jugend ohne Gott" durch Zufall gefunden und da es ein doch sehr dünnes Buch ist, habe ich es mal eben zwischendurch zu lesen anfangen wollen. Doch als ich es einmal in der Hand hatte, konnte ich es nicht mehr weglegen. Die Geschichte ist brilliant, aber noch viel brillianter ist der Schreibstil des Autors. Bei einigen Sätzen blieb mir wirklich nur der Mund offen stehen, weil sie so genial und so poetisch waren.
Aus der Sicht eines Lehrers wird uns erzählt, wie die "Jugend ohne Gott" im Nazi-Deutschland sich verhält und wie sie denkt. Er selbst ist kein Fan der Richtung, in welche sich sein Land bewegt und eine leicht dahingesagte Bemerkung bringt ihn schnell in Verruf bei seinen Schülern. Seine Schüler stellt er uns als richtige Ekel dar, die voll und ganz vom Kriegsfieber und von Feindseligkeit erfüllt sind. Zu solchen Jungen kann er keine Beziehung aufbauen und diese Distanz stellt er dadurch dar, indem er sie nur mit Buchstaben betitelt.
Schließlich muß er mit dieser gottlosen Jugend auch noch in ein Osterlager fahren, indem die Jungen militärisch ausgebildet werden im Rahmen des Schulprogramms. Die Jungen haben vor allem beim Schießen ihre große Freude. Schließlich geschieht ein Mord unter den Schülern und es stellt sich die große Frage, wer es gewesen ist. Nur ein Junge kommt dabei wirklich in Betracht, denn er hatte vorher Streit mit dem Getöteten. Zudem hat er sich in die Anführerin einer wildlebenden Kinder-Räuber-Bande verliebt und wollte diese Liebe mit aller Macht geheimhalten, glaubte aber, der Tote habe davon Wind bekommen, indem er in seinem Tagebuch gelesen hat.
Es kommt zur Gerichtsversammlung, in der der Lehrer eine wesentliche Rolle spielen soll. Es stellt sich die große Frage, ob besagter Junge den anderen getötet habe oder ob er lediglich das Mädchen deckt, in das er verliebt ist.
Die Geschichte ist sehr spannend und kurzweilig, zudem schockierend und mit ernsthaftem Hintergrund versehen. Der Titel "Jugend ohne Gott" ist dabei sehr passend und aussagekräftig und es lohnt sich wirklich, dieses Buch einmal gelesen zu haben, vor allem weil es vom Umfang her wirklich sehr schnell zu bewältigen ist.
Dazu ist der Schreibstil sehr schön und man fühlt sich beim Lesen sehr wohl damit.