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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nur wer wirklich liebt, besitzt die Kraft und die Grösse, Opfer zu ertragen., 16. April 2009
Francis Coppolas "Jugend ohne Jugend"(eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Marcea Eliade), ist eine anspruchsvolle, vielschichtige Geschichte, in der es um die Reinkarnation, den 'Anfang aller Sprachen' und um eine Liebesgeschichte in den Vorkriegsjahren geht, die das Ganze zusammenhält. Coppola wirft in seinem (selbst finanzierten!) Film die ewigen Fragen auf und versucht das Problem auf eine raffinierte Weise zu lösen, in dem er die Realität des Traums auf die gleiche Ebene stellt wie die der materiellen Realität. Damit berührt der Film die Grundfragen unser Existenz, Herkunft und Zukunft, sowie den Traum der ewigen Jugend. Coppola löst alles auf eine kluge Art, indem er die Ebenen parallel nebeneinander verlaufen lässt. Die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt und verlangt vom Zuschauer, dass er die Zusammenhänge selber erkennt. Das macht den Film besonders interessant für Leute, die nicht nur konsumieren, sondern auch mitdenken wollen. Die Protagonisten, beide Studenten, lieben einander, doch als sie merkt, dass seine Forschungsarbeit ihm mehr bedeutet als sie, beendet sie die Beziehung und heiratet einen anderen. Sie stirbt bei der Geburt ihres ersten Kindes. Er verbringt sein Leben als lediger Altphilologie-Forscher, um im Alter festzustellen, dass er sein Ziel verfehlte, obschon er ihm seine einzige Liebe geopfert hat. In einem Gewitter wird er von einem Blitz getroffen, was bewirkt, dass er nicht nur wieder jung wird, sondern dass seine geistigen Fähigkeiten gesteigert werden. Er trifft eine junge Frau, in der er die Reinkarnation seiner verstorbenen Geliebten erkennt. Diesmal gibt er sie nicht auf und sie heiraten. Sie leben fortan in einer Villa am Meer in Malta und sie macht nächtliche Seelenausflüge immer weiter in die Vergangenheit ('Out-Of-Body-Experience'), während er die antiken Sprachen, in denen sie während den jeweiligen Ausflügen spricht, aufnimmt und entziffert. So könnte sie ihm helfen, doch noch zum Ziel seiner linguistischen Forschung '- dem Ursprung aller Sprachen - zu gelangen, aber er merkt, dass sie durch die Anstrengung ihrer Seelen-Ausflüge rapide altert (mit 25 sieht sie aus wie 40): das Zoll für das verborgene Wissen? Das bewegt ihn dazu, die Experimente abzubrechen und sie zu verlassen, damit sie wegen ihm nicht vorzeitig alt wird und stirbt. Damit gibt er nicht nur seine Forschungsarbeit kurz vor dem Ziel auf (sie gelangten inzwischen über die Altgriechische und Ägyptische zur Babylonischen Kultur), sondern auch die '"grosse Liebe"' seines Lebens, um sie zu retten. Das 'Faustische Element' und der Aufbau der Geschichte erinnert an Sophokles'' Tragödien. Die Essenz der Geschichte: 'Nur wer wirklich liebt, besitzt die Kraft und Grösse, Opfer zu ertragen.' Zuletzt stellt sich die Frage, ob man wirklich jung sein kann, wenn man ' in Anlehnung an die hinduistische Seelenwanderungs-Lehre ' bereits unzählige Leben hinter sich hat? Coppolas Lösung: Der Mensch ist äusserlich jung und innerlich uralt, ohne es zu wissen. Ein unkonventioneller Film mit überzeugenden Darstellern, der zum Nachdenken anregt!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Sehr schwere Kost, 29. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Jugend ohne Jugend [Blu-ray] (Blu-ray)
Irgendwie faszinierend anders, aber für mich keineswegs angenehm unterhaltend . Verstörend, am Ende beängstigend lässt mich dieser Film zwiespältig zurück . Die Handlung ist surreal und mehrdeutig, am Ende sind mehr Fragen offen als zuvor . Und auch wenn das ein interessanter Zweck eines Filmes sein kann, ist dieser für mein schlichtes Gemüt eher eine Überforderung . Sei's drum : die Darstellerriege agiert auf allerhöchstem Niveau und das Bild dieser Blu-Ray ist excellent . Mindestens zwei Gründe diesen Film anzuschauen ! Aber Achtung : Nichts für Zuschauer die depressive Stimmungen scheuen ...
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Sperriges Werk in exellenter Qualität, 18. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Jugend ohne Jugend [Blu-ray] (Blu-ray)
Klar... wer sich einen Francis Ford Coppola Film aus dem Regal nimmt, darf keine koventionellen Filme erwarten. Für diesen Film sollte man sich daher unbedingt das sureale Ende von Apocalypse Now in Erinnerung rufen. Damit ist man ganz ordentlich für die folgende zweistündige Reise gerüstet. Coppola ist ist mittlerweile ein alter Mann und daher kann man verstehen, daß er sich intellektuell für die Frage "Was wäre wenn man noch einmal eine zweite Chance im Leben bekommen würde" interessiert. Genau diesen Plot breitet dieser Film aus. In Rumänien, kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs, bekommt unser Protagonist (Tim Roth) im Alter von 70 nach einem Blitzeinschlag die Möglichkeit, sein Leben als Mann in mittleren Jahren noch einmal zu erleben. All seine Kenntnisse und Erfahrungen darf er behalten. Klar, bei einem solchen Plot versucht der Film nicht konventionell logisch zu sein, sondern bebildert Ideen und Gedanken in surrealen, beängstigenden und immer wieder wunderschönen Bildern. Es gibt zwar einen groben Handlungsstrang, durch den sich Coppola aber nicht besonders einengen läßt. Dementsprechend ist die Geschichte leiderderart verworren und verschachtelt, daß man sich unweigerlich an einen David Lynch Film erinnert fühlt. Das kann man positiv aber auch negativ sehen. Positiv: mal endlich wieder ein Film mit neuen Ideen und interessanter Bildsprache; negativ: der geneigte Zuschauer bleibt oft auf der Strecke und verliert den Bezug. Ansonsten muß man festhalten, daß es wohl kaum einen amerikanischen Regisseur gibt, der so virtuos auf der Klaviatur des Films spielen kann wie Coppola. Musik, Regie, Kamera, Darsteller... allesamt auf sehr hohem Niveau ohne dabei ausgetretenen Pfaden zu folgen. So etwas möchte man viel öfter sehen und würde sich wünschen, daß sich der Altmeister noch einmal zu einem Werk wie "Der Pate" aufraffen kann, in dem sich der Zuschauer ein wenig einfacher zurechtfindet. Die Qualität der Blu-Ray ist grandios. Bild- und Tonqualität sind beeindruckend und lassen keine Wünsche offen. Das Bild ist knackscharf wenn es das sein sollte und die Farben sind sehr gut umgesetzt. Man darf wirklich genießen. Die Specials sind interessant, wenn auch etwas unorganisiert. Man bekommt immer wieder Szenen doppelt zu sehen und würde sich auch hier - wie bereits auf Dutzenden anderer Scheiben - wünschen, daß es EIN einziges, vernünftig strukturiertes Making-Of gibt, statt diesen unseligen Bruchstücken, die lediglich die Marketing-Abteilung erfreuen. Abschließendes Urteil: Interessante, künstlerisch wertvoller Film, der leider den Zuschauer unterwegs verliert aber trotzdem reizvoll bleibt.
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