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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
gut gemachter Elektro...aber eben nur gut, 8. April 2007
VNV Nation...wenn man diesen Namen hört denkt man unweigerlich an unvergessene Songs wie "Honor", "Solitary", "Kingdom", "Genesis", "Homeward" und viele weitere. Lange Zeit stand das Projekt für hymnische Melodien, starke Rhythmen und ganz viel Seele. Die gute Nachricht zuerst: Von der Seele hat man nichts eingebüßt. Die Texte auf Judgement sind nach wie vor sehr kraftvoll und ausdrucksstark. Der Sound hat sich jedoch wieder ein Stückchen gewandelt. Noch weiter weg von technoider Rhytmisierung, hin zu organischen Drumkits...weg von hymnischen Parts, hin zu poppigen Arrangements. Besonders im Letztgenannten sehe ich das größte Minus des neuen Albums. Sowohl Songstruktur, als auch das Mixing der Vocals zeigen eine starke Hinwendung zum Pop. Auf episch- pathetische Synthiesequenzen wie in o.g. Songs wartet man hier leider vergeblich...daurch fehlt allem irgendwo die Power und der Pathos.
Die Instrumentierung fällt wesentlich organischer aus...fette Basslines oder breite Flächen gibt es fast nicht, alles klingt noch roher und rauher als es auf Matter and Form sowieso schon war. Nemesis z.B erinnert etwas an den Advance+Follow Sound.
Man kann Ronan Harris und Mark Jackson gewiss nicht vorwerfen auf der Stelle zu treten oder zu kopieren; das Album ist in seiner Art definitiv sehr 'unique'...mir persönlich missfällt die Entwicklung von VNV Nation aber zunehmend.
Auch wenn ich die ewigen Unkenrufe nach den guten alten Praise the Fallen und Empires-Tagen eigentlich bescheuert finde, ist das doch die Phase des Projekts VNV Nation gewesen, die mich am stärksten berührt hat. Daran ändert auch ein recht gute gelungenes "Carry You" nichts mehr. Der Funke will einfach nicht so recht überspringen.
So reiht sich "Judgement" als gutes, aber keinesfalls herausragendes Elektro-Album in mein CD-Regal ein.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
No victory but one step forward..., 24. April 2007
Nach "Matter & Form" hatte ich VNV ein bisschen abgeschrieben - höre sie seit 1999 (damals war "Rubicon" auf 'ner CD in einer Zeitschrift, ich glaube in einer "Zillo" und es ist bis heute mein absoluter Lieblingssong von VNV) und bewundere vor allem die Poesie (ja, so möchte ich das nennen) der Lyrics.
Und genau das ist das Stärkste am neuen Album: die Texte!
"We conquer paradise just to burn it to the ground" (Testament)
"I don't think I remember how long I waited there watching everything" (Secluded Spaces)
Schön wäre jetzt noch gewesen, wenn die Lyrics in einer anderen Schriftart abgedruckt worden wären, ich kann sie nur mit Mühe lesen.
Musikalisch gesehen ist "Judgement" eine gute Pop-Scheibe, die ein paar clubtaugliche Stücke vorweisen kann ("The farthest star" oder "Momentum" z.B.) und auch ruhigere Akzente setzt ("Illusion"), dennoch fehlt mir das Aha-Erlebnis wie ich es bei "Advance & Follow" bis hin zu "Future.perfect" hatte. Klar, im Vergleich zur Vorgängerscheibe "Matter & Form" hat "Judgement" 'ne Schippe nachgelegt, aber es fehlt dieser Kick, der das Besondere ausmacht... so ist es eine prima CD, die fast ohne skip auskommt (lediglich "Nemesis" programmiere ich weg, klingt als hätten sich VNV selbst schlecht kopiert...)... aber auch nicht mehr...
Ich freue mich auf das Konzert am 18.05. in Krefeld und bin sehr sehr gespannt wie die neuen Sachen live rüberkommen und hoffe, dass auch Songs aus den letzten 12 VNV-Jahren gespielt werden!
Meine Anspieltipps: Testament, Momentum, Secluded Spaces, Carry You
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wieder nur eine sehr gute E.P. ..., 13. April 2007
Wie bei den letzten Veröffentlichungen findet sich auch hier wieder einiges (aber weniger) an Füllmaterial. Auf ein durchgängig hörbares Album a`la "Empires" können wir wohl nicht mehr hoffen (oder doch?). Überhaupt liegt die Messlatte für VNV seit dem 99`er Über-Album unglaublich hoch. Auch mit "Judgement" können sie dieses Niveau wieder nicht ganz erreichen. Es klingt zwar, wie vorher von Ronan Harris angekündigt, wesentlich runder als "Futureperfect" und "Matter and Form". Trotzdem hat man insgesamt das Gefühl, sie könnten eigentlich noch eine Schippe drauflegen... .
Insbesondere ist ihnen -wie schon bei M+F- dieses mal wieder kein echter Hit gelungen (auch hier liegt die Messlatte seit "Beloved" zugegeben enorm hoch). "The Farthest Star" hätte vom Ansatz her das Zeug dazu gehabt, schwächelt dann aber doch irgendwie etwas im Refrain (man erwartet vom Songaufbau eigentlich einen hymnenhaften Chorus, aber der bleibt leider aus). Ins Ohr brennt sich stattdessen die Mid-Tempo-Nummer "Illusion". Diesem Song würde ich in einem etwas "zeitgemäßeren" Mix sogar Chart-Chancen einräumen. Das von einigen als zweite potenzielle Single hochgehandelte "Nemesis" ist mir -obwohl textlich anspruchsvoll- musikalisch irgendwie zu platt (es erinnert -wie hier schon richtig geschrieben wurde- an die "Advance and Follow"). Sehr gefühlvoll und atmosphärisch sind generell wieder die ruhigen Songs gelungen. Mit den etwas aggressiveren Stücken (hier: Nr. 4-6) hatte ich bei VNV schon immer meine Probleme. Das klingt mir meist zu sehr nach "wir können auch böse sein".
Besonders auffällig erkennbar sind dieses mal die musikalischen Referenzen. Ronan Harris hat ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich bewusst von anderen Bands und Musikrichtungen inspirieren lässt. Schon bei der M+F konnte man deutliche Einflüsse a`la Interpol, Placebo etc. erkennen. Hier hat er es aber fast etwas übertrieben. Bei nahezu jedem Stück meint man dies oder jenes irgendwo schon einmal gehört zu haben. Beispiele: "Prelude" klingt wie eine Mischung aus Tangerine Dream und alten Pitchfork (bzw. Aurora Sutra falls die jemand noch kennt), bei "Testament" meint man nicht nur in der Textzeile "You and me against the world" die neuen Apoptygma Berzerk herauszuhören, bei "Illusion" scheint ein wenig "Join Me" (Klaviermotiv) durch und bei "Carry You" zitieren sie sich sogar selbst ("Honour" light mit neuer Gesangsmelodie). "As it fades" mit seinen gesampelten Chorstimmen hätte dagegen wunderbar in den "Herr der Ringe" -Soundtrack gepasst. Man möge mich nicht falsch verstehen. Das sind alles tolle Songs, die andere Bands in dieser Form überhaupt nicht hinbekommen!
Mister Harris ignoriert nur dabei, dass er selber einen Musikstil geprägt -wenn nicht sogar erfunden- hat, den viele Fans liebgewonnen haben (ich nenn`s mal "emotional EBM" um einen bestimmten Begriff zu vermeiden...). Eigentlich hätte er es gar nicht nötig, in andere musikalische Ecken zu schielen. Ob das nun der Kreativität des überagilen Iren oder den blöden Schreiberlingen, die irgendwann alle unisono angefangen haben, alles was nach Futurepop (oops da isses doch das Unwort) roch zu verteufeln, zuzuschreiben ist, bleibt dahingestellt. Ich für meinen Teil finde es jedenfalls ein wenig obskur, wenn in den Clubs immer noch die gleichen Hits wie vor 7 Jahren gespielt werden, um die Tanzflächen voll zu bekommen. Etwas vergleichbar gutes kommt einfach kaum noch nach. Betroffen von diesem teilweise aufgezwungenen Wandel sind nicht nur VNV Nation sondern auch Bands wie Apoptygma Berzerk, Covenant oder auch Assemblage 23 und Neuroticfish, die früher Szenehits am laufenden Band produziert, dann aber alle mehr oder weniger ihren Stil verändert haben (meistens eher zum Nachteil der musikalischen Qualität wie ich finde).
So, das wollte ich schon immer mal sagen. Hat aber nur am Rande mit dieser CD zu tun. Die ist nämlich trotz aller Kritik (die hohen Erwartungen...) verdammt gut. Leider ist sie "im Wesentlichen" zu kurz bzw. es fehlen 1-2 richtige Knallersongs. Deshalb auch "nur" 4 Sterne. Bei anderen Bands hätte ich evtl. auf 5 Sterne aufgerundet. Bei VNV ist aber noch Luft nach oben. Da bin ich mir sicher. Und vielleicht gibt es ja ein "Empires" auch nur alle 10 Jahre. Aber Moment mal,... das würde ja passen... .
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