Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Anathemas Größte! Nah an Pink Floyd..., 29. Juli 2008
Erst gegen 2005 lernte ich diese Band kennen. Dachte ich noch, solche Musik würde nur von Bands wie Pink Floyd, Alan Parsons Project und Porcupine Tree kommen, wurde ich doch arg überrascht als ich diese Scheibe hörte. Ich kannte vorher nur 'A Fine Day To Exit' als mir 'Judgement' zu Ohren gekommen ist. 'A Fine Day To Exit' war fuer mich erstmal nur solider New Artrock, mit Aehnlichkeiten zu Radiohead und Konsorten. Als ich 'Judgement' hoerte dachte ich: "Wow! Eine Alternative-Version des wesentlich poppigeren Alan Parsons Project, die gitarrenlastiger ist.". Einfluesse von Pink Floyd hoerte ich zudem zu hauf raus. Ich weiss nicht, wie sie es schaffen, aber manche Interpreten koennen ihren Sound an den Kosmos der zwei Referenzbands in puncto Atmosphaere sehr stark annaehern. So geschehen bei Porcupine Tree und so geschehen auch bei Anathema. Besonders stark fand ich den gemeinsamen Auftritt in Hamburg im Jahr 2005. Für gerade mal Schlappe 19 Euro durfte ich damals beide Bands erleben. So ein Preis/Leistungs-Verhaeltnis habe ich bis heute nie wieder bei einem Konzert angetroffen.
Die Gitarre von 'Deep' reisst einen gleich mit und sorgt fuer Stimmungen, die jenseits unserer realen Welt stammen koennten. Wie sie in ihren den Umwschwung von cleanen in verzerrte Gitarren herbeizaubern ist erstaunlich. Fette Moogs a la Camel oder Yes sind hier trotz der starken progressiven Ader nicht zu hoeren. Die Keyboards werden - wenn sie mal auftauchen - zur sphaerischen Untermalung eingesetzt. Die Band kommt sogar fast ohne Keyboards aus. Der Uebergang von 'Deep' zu den naechsten drei Tracks ist fliessend. Es kommt dennoch kein Gefuehl von Einheitsbrei hoch. Nein, der Soundkosmos ist einfach so gewaltig, dass einen die Stuecke derart gefangen nehmen, sodass man sie - im positiven Sinne - nichtmal voneinander unterscheiden kann. Ein Soundstrudel, dem man nicht entkommt quasi. Bei manchen Stuecken dominiert das Piano, gespielt von einem Gastmusiker. Langeweile kommt also nicht auf. 'Parisienne Moonlight' ist eines dieser Stuecke. Da taucht auch Frauengesang auf. Das nachfolgende Titelstueck nimmt einen dafuer wieder mit seinen intensiv-melancholisch gespielten Akkustikgitarren gefangen, um nach und nach wieder in die verzerrte Ecke zu gehen. Und das mit einem wiedermal sehr fluessigen Uebergang.
Bei 'Emotional Winter' klingt die Gitarre stark nach Pink Floyd. Irgendwie erinnert mich dieser Song an Floyds 'Sorrow'. Letzterer bildet den Abschluss des 'A Momentary Lapse Of Reason'-Albums, sodass ich bei den ersten Hoerdurchgaengen dachte, hier waere jetzt auch Schluss. Es folgen jedoch noch drei Songs. Der Titeltrack bricht die Atmosphaere - scheinbar gewollt - auf, indem die Gitarren - fuer dieses Album eher untypisch - direkt beginnen zu krachen.
Jetzt beginnt das Ende, und der Punkt, wo ich meine, es gibt Alben mit zwei Abschlusstracks. Saga's 'The Security Of Illusion' und 'Behaviour' sind solche Faelle. Supertramps 'Famous Last Words' gehoert auch dazu. Bei allen drei Alben(ich kenne sicherlich noch mehr Beispiele) hat man beim vorletzten Track das Gefuehl: "So, das ist jetzt der Rausschmeisser. Gleich ist das Album vorbei". Und dann wird man ueberrascht, weil da noch ein Stueck kommt, welches (fast) noch einen draufsetzt! Anders als bei Saga und Supertramp frage ich mich hier jedoch, warum die letzten beiden Tracks nicht vertauscht wurden. Das wieder akkustisch beginnende, mit seinem starken Gesang glaenzende, und zum Schluss Bombastische 'Anyone, Anywhere' waere der perfekte Abschlusstrack gewesen. Wollte man den Hoerer verirren? '2000 & Gone' ist dann der floydig-ruhige Ausklang mit herrlicher "Gilmour"-Gitarrenarbeit. Auch in dieser Reihenfolge ein wuerdiger Abschluss eines wuerdigen Albums.
Eine meiner Lieblingsplatten....
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Werk für die Ewigkeit, 11. November 2008
Warum diese Band nicht schon längst ganz groß rausgekommen ist, wird mir auf ewig ein Rätsel bleiben. Judgement ist schlicht und ergreifend DAS Melancholic-Rockalbum der letzten 20 Jahre, vielleicht sogar aller Zeiten! Traumhaft schöne Melodien, melancholisch und ergreifend, unterlegt von dezent eingestreuten Keyboard-Teppichen und teils sanften, teils auch mal hart rockenden Gitarren, und über allem thront Vincent Cavanaghs fantastische Stimme. Alles in allem genau die richtige klanglische Untermalung für die traurig-schönen Lyrics über Hoffnungslosigkeit, zerbrochene Beziehungen, den Verlust eines geliebten Menschen. Wen diese überirdischen Songs kalt lassen, der hat definitiv kein Herz. Göttergaben wie "One Last Goodbye", "Parisienne Moonlight" oder "Make It Right" MUSS man gehört haben! Was für ergreifende Musik!
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5.0 von 5 Sternen
Seelennahrung für schwere Lebensphasen, 15. April 2009
Judgement ist meiner Meinung nach das Meisterwerk von Anathema und nebenbei noch eines der intensivsten Rockalben aller Zeiten. Textlich behandeln die Songs in unglaublich bewegender Weise Themen wie Alkoholsucht ("Forgotten Hopes"), Einsamkeit ("Anyone, Anywhere), Enttäuschung und Tod ("One last goodbye"). Der hochemotionale, zu Tränen rührende Gesang von Vinnie Cavanagh setzt dem musikalischen Genuss die Krone auf. In Verbindung mit den schaurig-schönen Gitarren, die nicht selten an Pink Floyd-sche Klangwelten erinnern, entsteht ein musikalisches Erlebnis,das nur schwer in Worte zu fassen ist. Judgement ist ein 60-minütiges Wunderwerk an trauriger, aber niemals destruktiv-depressiver, zeitloser Rockmusik, die fast schon Therapie-Charakter hat und in dunklen Stunden eine unvergleichliche kathartische Wirkung entfaltet.
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