Buch der 1000 Bücher
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Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Der Judenstaat
OA 1896 Form Traktat Bereich Politik
In Der Judenstaat formulierte Herzl seine Forderung nach einem jüdischen Staat in Palästina und wurde dadurch zum geistigen Vater des heutigen Staates Israel.
Entstehung: Das Schlüsselerlebnis, das in Herzl den Plan zum Buch Der Judenstaat entstehen ließ, war die Dreyfus-Affäre. Der jüdische Hauptmann Alfred Dreyfus (18591935) wurde 1895 in einem von antisemitischer Gesinnung bestimmten Verfahren beschuldigt, französische Militärgeheimnisse an das Deutsche Reich verraten zu haben. Das Kriegsgericht sprach den Offizier schuldig und verbannte ihn auf die Teufelsinsel. Herzl, der den gesamten Prozess als Korrespondent der Wiener Neuen Freien Presse vor Ort beobachten konnte, empfand die juristisch nicht tragbare Verurteilung als Affront gegen das gesamte jüdische Volk und gelangte zu dem Schluss, »dass es Zeit würde, etwas für die Juden zu tun«.
Inhalt: In Der Judenstaat entwickelt Herzl den Gedanken der Gründung eines Judenstaates auf moderner Basis. Solch ein beispielhafter Staat könnte seiner Meinung nach dazu beitragen, in anderen europäischen Ländern den Rassenhass einzudämmen. Herzl ist von einem friedlichen Zusammenleben zwischen Arabern und Juden überzeugt. Für seinen Judenstaat schlägt er neben Palästina zwei weitere Staaten als Territorium vor: Argentinien und Uruguay. Dies verdeutlicht, dass sich Herzl von der orthodoxen Auffassung zu lösen versuchte, die Palästina als das Ursprungsland der Juden vorsieht.
Wirkung: Das lediglich 86 Seiten umfassende Werk, das ursprünglich in einer Auflage von 3000 Exemplaren gedruckt wurde, erzeugte eine große Resonanz. Es riss die jüdischen Massen vor allem in Osteuropa mit und bildete 1897 das ideologische Fundament des ersten Zionistischen Weltkongresses in Basel. Dort wurde als Magna Charta des jüdischen Volkes das Basler Programm proklamiert: »Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlichen Heimstätte in Palästina.« N. H.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
"Wir sind ein Volk, ein Volk", hatte Theodor Herzl in seiner Schrift 'Der Judenstaat' geschrieben, die ihn rasch zum populärsten Vertreter eines säkularen jüdischen Nationalismus gemacht hatte. Dieses schmale Buch ist zur Programmschrift der zionistischen Bewegung geworden. Mit diesem Text wird auch die hier vorgelegte Sammlung eröffnet. Sie dokumentiert die Diskussionen der letzten hundert Jahre, die Zeit der beiden Weltkriege, des Völkerbundmandats, der israelisch-arabischen Kriege seit 1948 bis zur Gegenwart der Genfer Initiative und des Sicherheitszauns, die nicht zuletzt durch eine Wiederbelebung der Diskussion über ein binationales Israel geprägt ist.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.