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Judenfeindschaft in der Antike
 
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Judenfeindschaft in der Antike [Broschiert]

Zvi Yavetz
2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Broschiert: 117 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck (1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406420222
  • ISBN-13: 978-3406420221
  • Größe und/oder Gewicht: 17,8 x 11,6 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.296.162 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Zvi Yavetz
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Antike Judenfeindschaft

Zvi Yavetz, im Krieg vor den Nazi-Truppen nach Israel geflohen, will in seiner anregenden Skizze der Judenfeindschaft in der Antike auf die Spur kommen. Da er bezweifelt, dass Judenhass im Altertum als isoliertes Phänomen studiert werden kann, sucht er eine Erklärung in den allgemeinen antibarbarischen Ressentiments der Griechen der klassischen Zeit. Dabei fällt allerdings auf, dass Juden zwar in verschiedener Hinsicht «Barbaren» waren, in bezug auf einige Aspekte aber «ein bisschen mehr»; genau diesem «Mehr» widmet Yavetz seine Aufmerksamkeit.

Auf der Suche nach den Unterschieden zwischen den Juden zu den übrigen «Barbaren» entdeckt und beschreibt er vier Phasen des Judenhasses. Die erste wird mit der Zerstörung des jüdischen Tempels auf der Nilinsel Elephantine im Jahre 411 v. Chr. greifbar. Ägyptische Priester hatten sie gegen die mit der persischen Besatzungsmacht kollaborierenden Juden angezettelt. Die nächste Phase ist die unblutige Propagandaschlacht zwischen Juden und griechischsprechenden Ägyptern um die Exodus-Erzählungen. Als die Septuaginta, die griechische Übersetzung der hebräischen Bibel, die Geschichte vom Auszug aus Ägypten jedem Gebildeten zugänglich machte, entfachte dies bei vielen Empörung. Die intellektuellen Schichten Alexandrias fühlten sich beleidigt und «argumentierten» ihrerseits, die Juden seien von Lepra befallen gewesen und hätten daher aus Ägypten verjagt werden müssen, um das Land vor einer Seuche zu bewahren.

Derartige antijüdische Stereotype sollen im 2. Jahrhundert v. Chr. von hellenisierten Kreisen übernommen worden sein. Es sei ihnen darum gegangen, die Juden als Gegner der Seleukiden bei den neuen Machthabern im Nahen Osten, den Römern, anzuschwärzen, um einen Keil zwischen Römer und Juden zu treiben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Auseinandersetzungen weitgehend auf der Ebene des intellektuellen Diskurses stattgefunden, in der vierten Phase wurden sie allerdings gewalttätig. Yavetz beendet seine Studie mit den jüdischen Aufständen gegen die römische Zentralregierung, die zur abermaligen Zerstörung des Tempels im Jahre 70 n. Chr. führten. Der Kampf wurde von Zeloten vorangetrieben, die Juden der Diaspora standen dabei abseits, verstanden zumeist gar nicht, was die Zeloten wollten. Damit bricht Yavetz seinen informativen Überblick ab: Der Konflikt war blutig geworden.

Vor allem in seinem vierten Teil geht Yavetz über die von Peter Schäfer vorgelegte Studie zum Thema der «Judaeophobia» hinaus (NZZ 3. 9. 97, S. 46). Mit Schäfer teilt er die Ansicht, dass Dauerphänomene jüdischer Existenz, wie die von den übrigen empfundene Fremdheit innerhalb der antiken Welt sowie die jüdische Religion allgemein, durch Einzelereignisse wie Makkabäer- oder Bar-Kochbar-Aufstand verstärkt und verbreitet wurden.

Manfred Clauss

Kurzbeschreibung

Die Juden standen treu zu Jahwe als dem einzigen und wahren Gott; streng befolgten sie seine Gesetze. Diese Haltung äußerte sich notwendig in der Abkehr von den vielen anderen möglichen Formen des Lebens und des Glaubens in der Antike. So empfanden die Zeitgenossen die kompromißlose Haltung der Juden in diesen Fragen als Hochmut und sahen darin eine Kritik der eigenen Werte. Ihre Reaktion bestand nicht selten in Haß und Verfolgung.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Die Geschichte der Judenfeindschaft, das ist spätestens seit den monströsen Ereignissen unseres Jahrhunderts eine feste Größe innerhalb der Geschichtsforschung und gehört fest zur Themenpalette, wird freilich eher dem Mittelalter und der Neuzeit zugeordnet. Um so interessanter ist es, wenn ein Althistoriker, der noch dazu in Israel lehrt, sich der Thematik annimmt, gab es doch auch schon im Altertum Ausschreitungen gegen Juden, sei es im ptolemäischen Ägypten, im kaiserzeitlichen Rom, wo es unter Kaiser Claudius gar zu einer Ausweisung der Juden kam, und was der Beispiele noch mehr sind. In jedem Fall forderte die monotheistische Religion, die von den Juden streng beobachtet wurde, auch den Widerspruch der toleranten polytheistischen Antike heraus, und nicht erst den einer überwiegend christlich geprägten Gesellschaft. Dieses Thema zu behandeln, hat sich Zwi Yavetz in seinen Münchener Vorträgen vorgenommen, die unter den Auspizien von Christian Meier veröffentlicht worden sind. Nach der Lektüre wird der Leser das Buch freilich enttäuscht aus der Hand legen, denn viel mehr als ein kurzer Abriß judenfeindlicher Ausschreitungen und der Reaktionen darauf wird ihm in dem schmalen Bändchen nicht geboten. Leider, so muß man sagen, gelingt es dem Autor nicht, die Beweggründe für den offenbar durchaus weitverbreiteten Judenhaß scharf herauszuarbeiten, er bleibt an der Oberfläche und beschränkt sich auf eine bloße Phämenologie, seine Erklärungen bleiben zumeist im Ansatz stecken - es mag für einen Vortrag ja durchaus noch befriedigend sein, einen Überblick zu geben, für eine Monographie freilich ist das nicht unbedingt als ausreichend anzusehen. Yavetz gelingt es an keiner Stelle, die Judenfeindschaft in der Alten Welt systematisch zu analysieren und mit parallelen Phänomenen in anderen Epochen in eine vergleichende Beziehung zu setzen. Letztendlich enttäuscht das Buch auf ganzer Linie, und es bleibt zu hoffen, daß das hochinteressante Thema bald eine bessere Bearbeitung findet. Denn in diesem Fall verspricht der Titel mehr, als der Inhalt hält. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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