Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit Kinder des Judas hatte Heitz, der sich schon in diversen Spielarten des fantastischen Romans versucht und sich dort eine große Fangemeinde erschrieben hat, erstmals Vampire in den Fokus genommen. Und er hatte gezeigt, dass es auch anders geht: Sein hoch spannender Mix aus düsterer Alchemie, obskurer Wissenschaft, mythisch-geheimnisvoller Fantasy und temporeicher Action auf zwei Zeitebenen – dem 17. Jahrhundert und der Gegenwart – war einer der großen Erfolge des Buchjahres 2007. Nun legt er den Nachfolgeband vor, der einige Fäden aus Kinder des Judas aufnimmt und auch ein paar Figuren aus den Werwolf- und Dämonen-Romanen Ritus, Sanctum und Blutportale enthält, trotzdem aber eigenständig funktioniert und ohne Weiteres isoliert gelesen werden kann.
Im Mittelpunkt der Gegenwartshandlung steht Theresia Sarkowitz, genannt Sia, eine seit Jahrhunderten nicht alternde untote Vampirin, die die letzte Abkommin der Kinder des Judas, einer besonderen Vampirart, zu sein glaubt. Sie setzt alles daran, ihre Nachfahrinnen Emma und Elena vor demselben Schicksal zu bewahren, das sie seinerzeit in diese quälende Existenz gezwungen hat. Doch bald stellt sie fest, dass sie mitnichten das letzte Judaskind ist, denn es taucht jemand auf, der sie seit Jahrhunderten gesucht hat und sie zu vernichten trachtet... Parallel dazu erzählt Heitz die Geschichte dreier Vampire, die im vorrevolutionären Frankreich der Jahre 1781/82 herauszufinden versuchen, welche Art von Wesen sie eigentlich sind, warum sie so geworden sind und ob sie eine Möglichkeit haben, ihr Schicksal zu verändern. Natürlich verknüpft sich die historische mit der Gegenwartshandlung – bis hin zu einem furiosen Finale, das es in sich hat.
Judassohn ist ein packender, in seiner Verquickung von historischem Geschehen, finsteren Legenden und realistischer Gegenwartsverankerung höchst faszinierender Roman – wer die letzte Seite umgeblättert hat, der wird nicht nur dem bereits angekündigten dritten Band Judastöchter entgegenfiebern, sondern dem werden auch die Bis(s)-Romanzen plötzlich extrem blutleer vorkommen. -- Christoph Nettersheim -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.