Bei amazon gehört dieses Buch zu den Büchern der 1000 Bücher, was ich unbedingt gerechtfertigt finde. Es wird die Geschichte erzählt, die das Leben des jüdischen Finanzrats Josef Süß Oppenheimer widergibt.
Gliederung und einige wichtige Hinweise am Rande:
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5 TEILE :
Die Fürsten",
Das Volk",
Die Juden",
Der Herzog",
Der Andere
Im Roman spielen historisch belegte Charaktere, aber auch vom Autor erfundene Personen nebeneinander.
Inhalt:
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Das Buch erzählt die Geschichte des historischen württembergischen Hofjuden Joseph Süß Oppenheimer. Feuchtwanger hat dessen Leben als historische Vorlage und sozusagen Hintergrund seiner literarischen Verarbeitung verwendet. Feuchtwanger hat sich in diesem Buch mit jüdischer Assimilation in Deutschland auseinander gesetzt.
Wir befinden uns im 18. Jahrhundert in Württhemberg. An der Seite von Herzog Karl Alexander wird Josef Süß Oppenheimer zum mächtigsten Mann Württembergs. Naemi ist seine über alles geliebte Tochter. Sie wird vom Herzog begehrt, dieser stellt ihr nach und sie sucht den Freitod, um ihm zu entkommen.
Jud Süß will sein Leben nach diesem Vorfall nicht mehr so weiterführen, wie er dies bis zu diesem Tag tat. Er will seine Tochter rächen und stellt dem Herzog eine Falle. Der Herzog stirbt und somit ist auch "Jud Süß" dem Untergang geweiht.
Es spielt am Stuttgarter Hof, anfangs will Josef Oppenheimer seine Tochter von diesen Menschen fernhalten, aber dies schafft er nicht. Herzog Alexander lebt despotisch und ausschweifend. Obwohl Josef Oppenheimer eigentlich nicht dafür ist, trägt er aber dieses Leben mit und wehrt sich nicht dagegen. Nach dem Tod seiner Tochter, die von einem Rabbi erzogen wurde (sie stüzte sich vom Dach einer Klause)
Oppenheimer stellt sich selbst und wird haftbar gemacht. Er könnte sein Leben retten, indem er zum christlichen Glauben übertritt und dem Judentum abschwört, dies aber tut er nicht.
Ein Ausspruch, der vom Regent Karl Rudolf stammt ist historisch belegt, diesen möchte ich gern noch hier am Schluss meiner kurzen Inhaltsangaben anführen:
Das ist ein seltenes Ereignis, dass ein Jud für Christenschelmen die Zeche zahlt"
Autor Lion Feuchtwanger:
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Lion Feuchtwanger (* 7. Juli 1884 in München; 21. Dezember 1958 in Los Angeles) war ein deutscher Schriftsteller und einer der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts.
weitere Werke:
Die Einsamen. Zwei Skizzen, 1903
Karneval von Ferrara, 1908
Der tönerne Gott, 1910
...
Narrenweisheit oder Tod und Verklärung des Jean-Jacques Rousseau, 1952
Die Jüdin von Toledo, 1954. Veröffentlichung in Westdeutschland 1955 unter dem Titel Spanische Ballade.
Jefta und seine Tochter, 1957
Viele seiner Werke wurden verfilmt. So auch Jud Süß erst im letzten Jahr.
Lion Feuchtwanger wuchs in einer begüterten Familie als Sohn des jüdisch-orthodoxen Margarinefabrikanten Sigmund Feuchtwanger und dessen Ehefrau Johanna geb. Bodenheim auf. Er war der Bruder des Juristen Ludwig Feuchtwanger und des Journalisten und Schriftstellers Martin Feuchtwanger. Schon früh unternahm er Versuche als Schriftsteller, die ihm bereits als Schüler einen Preis einbrachten. 1903 schloss er die Schule mit dem Abitur am humanistischen Wilhelmsgymnasium München ab. Danach studierte er Geschichte, Philosophie und Deutsche Philologie in München und Berlin, löste sich dabei stark vom Elternhaus. Er promovierte 1907 bei Franz Muncker über Heinrich Heines Der Rabbi von Bacharach. Von einer Habilitation nahm er aufgrund der Beschränkungen für Juden Abstand.
Er gründete 1908 seine eigene Kulturzeitschrift Der Spiegel, dessen erste Ausgabe am 30. April erschien.
Nach einigen Erfolgen als Dramatiker verlagerte er seinen Schwerpunkt auf den historischen Roman. Am erfolgreichsten war Jud Süß (geschrieben 1921/22, veröffentlicht 1925), der auch international bereits ab 1926 großen Anklang fand, nachdem Feuchtwanger lange in Deutschland vergeblich einen Verleger gesucht hatte. Die antisemitische Thematik schien unpopulär. Sein zweiter großer Erfolg war Die häßliche Herzogin Margarete Maultasch.
Seit 1933 lebte Feuchtwanger in Sanary-sur-Mer, einem Zentrum des deutschsprachigen Exils in Südfrankreich. Aufgrund der hohen Auflagen seiner Bücher insbesondere im angelsächsischen Sprachraum führte er ein vergleichsweise behagliches Leben im Exil.
1953 erhielt Lion Feuchtwanger den Nationalpreis der DDR 1. Klasse für Kunst und Literatur. Dort wurde er als Antifaschist und kommunistischer Sympathisant hoch in Ehren gehalten, wenn auch die jüdischen Momente seines Werkes weniger gewürdigt wurden.
Lion Feuchtwanger erkrankte 1957 an Nierenkrebs. Nach mehreren Operationen verstarb er Ende 1958 an inneren Blutungen.
Quelle: Auszüge aus wikipedia
meine Meinung zum Buch:
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Ich finde im Ganzen gesehen, dass dieses Werk wirklich zu den Klassikern zu zählen ist, man sollte es gelesen haben !!!
Die Charaktere werden durchweg bildhaft und umfassend charakterisiert, wobei nur Josefs Tochter als positiv über die gesamte Handlung hinweg dargestellt wird.
Diese Tochter aber gab es real nicht, sie ist von Feuchtwanger frei erfunden. Man kann sich hier seine eigenen Gedanken zusammenreimen, warum der Autor Josef Oppenheimer eine Tochter andachte.
Oppenheimer im Gegensatz zu seiner Tochter wird während der gesamten Handlung als negativer Charakter dargestellt. Er wird berechnend, opportunistisch und machtbesessen gezeichnet, was er wohl auch war. Weitere jüdische Bürger werden in die Handlung involviert. Sie sollen, so habe ich dies aufgefasst, das Jüdische realistisch darstellen.
Schön und interessant zugleich ist es, dass der Roman verschiedene Handlungsstränge hat, viele unterschiedliche Charaktere und Schauplätze, die allesamt sehr detailliert dargestellt werden. Man spürt, dass die gesamten Personen ihren Platz in diesem Roman haben, egal wie klein ihre "Rolle" ist, aber sie werden auch in den historischen Hintergrund eingebunden. All dies ist sehr realistisch und zeitnah beschrieben, sehr einfach und verständlich, sehr unterhaltsam und vor allem interessant und spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Die Handlung ist mit einem roten Faden durchzogen und durchdacht, sie hat vor dem teilweisen realistischen Hintergrund, der nachdenklich macht, inhaltlich und qualitativ hochwertige und dichte Handlung mit beigefügten Metaphern zu bieten. Der Stoff liest sich leicht verständlich und man lernt viel über die damaligen Zeiten, die politischen und historischen Beweggründe und die Traditionen der Umgebung der beschriebenen Personen. Sehr intensiv ist die Gegenüberstellung zwischen Gut und Böse und die Auswirkungen dessen beschrieben. So unterschiedlich die Charaktere sind und dargestellt werden, so spannend und interessant gestaltet sich dahingehend die Handlung, die bis zum Ende offen bleibt.
Obwohl dieser Roman so lange vor unserer Zeit geschrieben wurde (Erstdruck 1925) - ist er noch immer modern und für die heutige Zeit unbedingt auch als interessant zu bezeichnen. Auseinandersetzungen, Machspielchen, Hass, Neid usw. - all dies ist wohl in jeder Zeit nicht wegzudenken (LEIDER :-( )
Ich empfehle die Lektüre !!!