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5.0 von 5 Sternen
Frauenwirtschaft, 3. Juni 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Juchitan. Stadt der Frauen. Vom Leben im Matriarchat. (Broschiert)
Dieses Buch hat mir wirklich die Augen geöffnet.In Mexiko- das Land des Machismo -gibt es eine Stadt,in der die Frauen herrschen.Als Europäer ist es anfangs schwer,sich in diese Gesellschaft einzufühlen.Das liegt wohl zum größten Teil daran,daß das Patriachat in der "westlichen" Kultur zu sehr Fuß gefaßt hat.Man kann sich garnicht mehr vorstellen,daß es auch hier einst matriachalische Kulturen gegeben hat.Die Frauen von Jucitan jedenfalls könnten uns ein Beispiel sein:Wie sie den Handel kontrollieren,unabhängig von Männern sind,sämtliche Familienangelegenheiten selbst in die Hand nehmen und hoch erhobenen Hauptes(trotz ihrer Leibesfülle)die Straßen beherrschen;das und noch viel mehr wird einem in diesem Buch nahegebracht."Wunderbar,daß es ein Mädchen ist"(Ausruf einer jucitanischen Hebamme).Sehr interessant fand ich persönlich die Beschreibung der sogenannten "Muxe"(Homosexueller),die in Jucitan einen ganz anderen Platz einnehmen als in unserer Gesellschaft.Insgesamt ist dieses Buch als sehr wichtig zu erachten,nicht nur für Frauen,sondern für alle denen etwas an Menschenrechten liegt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Lesenswerter Bericht einer Studienreise über eines der letzten Matriarchate, 23. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Juchitan. Stadt der Frauen. Vom Leben im Matriarchat. (Broschiert)
Ich habe die Ausgabe von 1997 gelesen. Die Originalausgabe ist von 1994. Ich hätte vermutet, dass dieses Buch gleichbedeutend mit dem Titel (Frauen Wirtschaft. Juchitan, Mexikos Stadt der Frauen) ist, da zwei Autorinnen identisch sind. Insgesamt haben an "Juchitán - Stadt der Frauen" sieben Autorinnen geschrieben. Basierend auf einem 13-monatigen Forschungsprojekt von 1990-91 bei den ZapotekInnen Mexikos.
Dieses Buch, das viele Schwarzweißbilder enthält, beschäftigt sich mit einem hochinteressanten Matriarchat. Es gibt kein Konkurrenzdenken, keine Geldanhäufung, keine Hierarchie, keine durch Personen vertretende Institutionen und trotzdem ist diese Welt noch in Ordnung. Weitaus funktionaler als im westlichen Patriarchat. Wirtschaftskrisen, die den Rest Mexikos mitziehen können, schlagen hier keine Wellen. Nicht, dass die Zapotekerinnen nicht geschäftstüchtig wären. Das geht sogar soweit, dass diejenigen als dumm und nicht geschäftstüchtig betrachtet werden, die das Zeug zur Prostituierten haben, aber nicht umsetzen. Drum geht das abschließende Kapitel um allgemeine Wirtschaftsgedanken. Hauptsächlich dreht sich bei den Zapotekerinnen allerdings das Leben um den Markt und viele, viele Feste.
Im Gegensatz zu anderen Büchern über Matriarchate rumd um den Globus geht dieses der Frage nach bzw. findet eine klare Antwort, wie es denn Lesben und Schwulen so ergeht. Die werden hier marimachas und muxe genannt. Das Konzept mag nicht in allen Fällen eins zu eins übertragbar sein, es gibt also verschiedene Lebenskonzepte, die muxe genannt werden und andere nicht, die aber im patriarchalen Westen als homosexuell bezeichnet werden würden. Die ZapotekerInnen gehen mehr als offen mit ihren muxes und marichamas um, scheinen sogar stolz darauf zu sein, dass sie hier anders behandelt werden. Drum werden sie Fremden geradezu vorgeführt. (Nur die Oberschicht hält sich ein wenig bedeckter.) Die Autorinnen hingegen scheinen sich nicht ganz einig zu sein, was schwul eigentlich bedeutet, egal in welchem kulturellen Kontext. Zunächst heißt es, dies seien Männer, die als Frauen betrachtet werden wollen. Das wären nach meinem Verständnis Transsexuelle. Aber mit solchen Verwechslungen sind die Autorinnen in guter Literaturgesellschaft...
Eine andere kleine Kritik ist die Benutzung von diversen beleidigenden Vokabeln, die eine sogenannte Vermischung von Rassen ausdrücken. So etwas wie Rassen gibt es bei Menschen natürlich nicht, drum ist nicht nur die Wortwahl, sondern das gesamte Konzept bedenklich. Das hätte frau auch schon 1994 beherzigen können.
Vergleiche auch Bücher über das Matriarchat der Mosuo/Na in Matriarchat in Südchina: Eine Forschungsreise zu den Mosuo und tiefschürfender auf Englisch (oder Französisch) in A Society Without Fathers or Husbands: The Na of China. Auch über ein ehemaliges, also inzwischen teil-patriarchalisiertes Matriarchat bei den Igbo in Nigeria lohnt sich ein Vergleich z.B. über das Marktleben. Auf Englisch: Male Daughters, Female Husbands: Gender and Sex in an African Society.
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