Pressestimmen
»Latours Buch über die Dialektik der religiösen Rede ist eine Anrufung, eine Beschwörung des Lesers, Hilferuf und Mahnung zugleich. Zweifellos ein höchst origineller Wurf, der wirklich neues Licht auf diese No Go - Area der säkularen Vernunft wirft.«
(Manuel Gogos
WDR 3 )
»Was mitunter wie ein Zurückrückrudern zum Bestand des Katholischen aussieht, ist in Wirklichkeit eine anregende Meditation im ungläubigen Wissen und wissenden Unglauben. Es ist die Meditation eines Wissenschaftstheoretikers nicht über das religiöse Gefühl, nicht über das Faktum Religion, nicht über das Geistige an sich, sondern über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Rede darüber.«
(Joseph Hanimann
Süddeutsche Zeitung )
Kurzbeschreibung
Warum haben wir die religiöse Sprache verloren? Was ist das Spezifikum religiöser Rede im Vergleich zur wissenschaftlichen Sprache? Das sind die tiefen Fragen, denen Bruno Latour in seinem wohl persönlichsten Buch nachgeht. Ausgehend von seiner eigenen religiösen Erfahrung, setzt er zu einer kritischen Reflexion an. Während in den Natur- und Sozialwissenschaften der Forscher die Aufgabe hat, seinen Beitrag zum großen Bau des Wissens zu leisten, zu entdecken und zu erfinden, geht es dem religiös Suchenden laut Latour um die Treue zum Wort, die Genauigkeit der Wiederholung. Er will nicht entdecken, sondern wiederentdecken, nicht erfinden, sondern wiederfinden; er strebt nicht nach dem Neuen, sondern will erneuern. Das ist das Besondere religiöser Rede. Sie ist hierin der Sprache der Liebe verwandt, die mit jedem »Ich liebe dich« den Bund zu erneuern sucht. Bei dieser Verwandtschaft muß ansetzen, wer die Möglichkeit oder Unmöglichkeit religiöser Rede heute verstehen möchte. In einer faszinierenden Mischung aus Analyse und Andacht spürt Latour ihr nach.