Kurzbeschreibung
Zwei Frauen, beide Anfang der 60er Jahre geboren, die eine - Johanna - am Rheinufer, am Rande des Ruhrgebiets, die andere - Ljuba - in einem sibirischen Dorf, östlich von Krasnojarsk, begegnen sich in den 90er Jahren in Berlin und stellen nach einer Weile fest, dass ihre Biographien abgründig miteinander verbunden sind.Treffpunkt der beiden Frauen ist eine unter mysteriösen Umständen angemietete Wohnung, wo Ljuba und Johanna wie besessen ihre Geschichten auszutauschen beginnen. Johanna, die glaubte, alle Erinnerungen in dieser Wohnung loswerden zu können, gerät mit einem Mal in den Sog eines Namens, eines Menschen, von dem Ljuba spricht. Dadurch kommt sie auf die Spur, die ihr Vater als Vierzehnjähriger, durch Minenfelder und Schlamm robbend, verloren hat, eine Spur, die zunächst zu einem Holzhaus führt, einer Isba, zwei, drei Stunden mit dem Zug östlich von Krasnojarsk ..."Jubeljahr" ist ein Roman einer Freundschaft - zwischen zwei Frauen, die sich Schritt für Schritt durch ihre Erzählungen näher kommen. Die Welt Sibiriens bildet sich dabei allmählich heraus, wie das Leben am Rhein im einsetzenden Wirtschaftswunder. Es ist ein Roman, der von Verletzungen spricht und von den Folgen, die der Zweite Weltkrieg für eine Generation, die damit auf den ersten Blick wenig zu tun hat, nach sich zieht. Das Erzählen, das Sich-Befreien läutet für beide Frauen ein "Jubeljahr" ein, ein Lob auf das Leben.
Über den Autor
Christa Schmidt, 1959 in Duisburg geboren, lebt seit 1980 in Berlin. Dort arbeitete sie mehrere Jahre als Redakteurin, Lektorin und Rundfunkautorin. Ihr erstes Buch "Luftschlösser" erschien 1987, es folgten Erzählungen in verschiedenen Anthologien sowie die Romane "Die Wahlverwandten" (1992) und "Rauhnächte" (1996).