Aus der Amazon.de-Redaktion
In diesem Glücksloch muss Nathan, inzwischen erwachsen und Redakteur im Ressort Leben einer Zeitung, sich selber umtun. Er sucht nach Möglichkeiten der Zufriedenheit und Harmonie -- und glaubt, sie bei den Frauen finden zu können. Bei der verheirateten Christa zum Beispiel, mit der ihn nach dem oralen Akt auf der Restauranttoilette später am Essenstisch nicht die sexuelle Befriedigung verbindet, sondern das Vergnügen, im Unterschied zu den anderen Gästen zu wissen, dass wir es getan haben. Oder bei Hannah, seiner Therapeutin, die ihn bittet, sein Lust-Verlangen in die Form einer Reportage zu kleiden. Oder aber bei seiner eigenen Ehefrau, der er trotz aller Eskapaden bis zum Schluss auf die ihm eigne Art und Weise treu sein wird. Denn Nathan ist der Minneritter von der traurigen Gestalt, ein Don Juan de la Mancha eben, der am Ende erkennen muss, dass zum Glücklichsein immer auch ein bisschen Unglück gehört...
In diesem Sinn ist Don Juan de la Mancha ein kluger, beinahe schon altersweiser, zum Aphorismus neigender Bildungsroman über einen sympathisch ungelenken, anachronistischen Verführer in einer Gesellschaft, die nicht einmal einen Liter Mineralwasser verkaufen kann, ohne diese Ware erotisch zu besetzen. Den Leser jedenfalls erwartet eine beglückende Lektüre, für die man gar nicht genug Werbung machen kann. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de
Pressestimmen
»Robert Menasse gelingt Seltenes: Mit leichter Hand und ganz ungeschwätzig wirft er ein stimmiges Generationenporträt aufs Papier. Wer selber zu ihr zählt, hat beträchtliche Wiedererkennensfreude an atmosphärischen Details, die Jüngeren dürfen dem Porträtisten getrost vertrauen.« (Die literarische Welt )
»Robert Menasses neuer Roman löst ein, was der Titel verspricht.Don Juan de la Mancha ist eine Mischung aus Liebesemphase und Lächerlichkeit, aus Lebensdrama und Slapstick, aus den Tragödien der Lust und den Komödien des Leidens an ihr.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung )
»Ein Sprachkunstwerk ersten Ranges ... in hintergründiger Leichtigkeit gelingt Robert Menasse eine gegenwärtige Education sentimentale ... grandios.« (Der Standard, Wien )
»Brillianter Schelmenroman« (Die Presse )
»Im Flaubert'schen Stil entwirft Menasse den Entwicklungs- und Liebesroman des 20. Jahrhunderts« (News )
»Unterhaltsamer und pointierter denn je zeichnet Robert Menasse das Portrait seiner Generation [...]. Der Erlösung kommt sein Held nicht näher, aber wir sehen uns am Ende dieses ungewöhnlichen Bildungsromans nicht nur aufgeklärt in einer abgeklärten Welt, sondern auch merkwürdig getröstet, verführt von seltsam zärtlicher Ironie.«
(VON Magazin, Österreich )Kurzbeschreibung
Über den Autor
Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den "Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb". Menasse lehrte anschließend sechs Jahre - zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie - an der Universität São Paulo. Dort hielt er vor allem Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien ab, u.a. über: Hegel, Lukács, Benjamin und Adorno. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.