"Der `Ulysses` ist demnach ein Labyrinth, das wir an jeder Stelle betreten können, sofern wir uns einmal mit seinem allgemeinen Plan und Ziel bekannt gemacht haben. Es ist eines der wenigen Bücher überhaupt, zu dem man jederzeit greifen kann, das jeden zufälligen Augenblickl bereichert und das, im Gegensatz zu einem Band, den wir mit Anstrengung auf einem Bibliothekstisch handhabe müssen, ein Buch für den Nachttisch ist. Wenn man sagt, dass man mit dem Buch leben sollte, so ist das kein voreingenommener, parteilicher Anspruch, sondern das bedeutet ganz objektiv gesehen, dass das Buch genügend Substanz besitzt, um für ein Leben auszureichen. Seine Reichweite ist gewollt enzyklopädisch, und seine Feinheiten und Rätsel verlangen eine Art zurückgezogener Muße, um verstanden werden zu können. Man kann im Grunde überhaupt kein Buch (noch nicht mal sein eigenes) völlig verstehen, hauptsächlich deshalb, weil Wörter autonom sind und eine unendliche Zahl von Bedeutungen haben, und weil die Zeit selbst, deren Strom der Autor einzufangen versucht, gewöhnlich in einem Buch neue Bedeutungen eröffnet, Akzente wechselt, damit neue Bedeutungen evoziert und neue Beziehungen zu dem Rest der bekannten Literatur herstellt. Es ist ein Paradoxon, dass der `Ulysses` unmittelbar jederzeit verständlicher ist als andere Bücher, die es auf eine größere Klarheit abgesehen haben: das Buch ringt seine Bedeutung nicht dem Hier und Jetzt ab, es stellt einen festen Punkt innerhab der Zeit dar, anstatt von ihr getrieben zu werden."
Anthony Burgess und ein Zitat aus dessen Buch "Joyce für Jedermann" (hier allerdings aus einer älteren, anderen Übersetzung zitiert), das sich kolossal gut eignet, sich eben mit dem Plan und dem Ziel dieses Romans vertraut zu machen.