Von der internationalen Kritik wird Joyce DiDonato als eine der charismatischsten und künstlerisch vielversprechendsten Künstlerinnen unserer Zeit gerühmt, die nicht nur mit technischer Brillanz, sondern auch mit emotionaler Ausdruckskraft überzeugt. "Schlimm ist es, wenn jemand Angst vor Emotionen hat, die in der Musik angelegt sind", sagte sie einmal in einem Interview. Ihre sängerischen Leistungen sind bereits vielfach honoriert worden: Für ihr aktuelles Rossini-Album „Colbran, the Muse“ ist sie als „Sängerin des Jahres“ mit einem ECHO Klassik 2010 sowie zwei Gramophone Awards 2010 ausgezeichnet worden – als „Artist of the Year“ sowie in der Kategorie „Recital of the Year“.
Dass die amerikanische Mezzosopranistin mit Leib und Seele auf der Bühne steht, hat sie im Sommer 2009 auf ganz besondere Weise unter Beweis gestellt: Während einer Aufführung von Rossinis „Barbier“ an Londons Covent Garden brach sie sich ein Bein, was sie jedoch nicht davon abhielt, die nächsten Aufführungen im Rollstuhl zu singen und so ihr Handicap quasi spielerisch in die Inszenierung mit einzubringen - und damit einmal mehr ihren Ruf als zurzeit weltbeste Rossini-Sängerin zu bestätigen: „I wish Rossini could have heard her“, so die New York Sun.
Joyce DiDonato, die 1995 ihre Ausbildung an der Santa Fé Opera mit dem Outstanding Apprentice Artist Award beendete, erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen: u.a. sang sie 1995 als Finalistin beim Luciano Pavarotti World Vocal Competition, gewann 1997 den Sullivan Award, 1998 den Wettbewerb der George London Foundation und wurde im selben Jahr Zweite beim Plácido Domingo Operalia-Wettbewerb. 2000 erhielt sie einen ARIA Award, 2002 den begehrten Richard Tucker Award, 2007 den Beverly Sills Award der Metropolitan Opera, und 2009 – als jüngste Preisträgerin des Jahres – einen Opera News Award.
Joyce DiDonato fühlt sich im Belcanto genauso zu Hause wie im Barock, bei Mozart ebenso wie bei amerikanischen Songs oder spanischen Liedern. Ihr Repertoire erstreckt sich schwerpunktmäßig auf Werke von Händel, Mozart und Rossini. In der Spielzeit 1998/99 gab sie als Angelina in Rossinis "La Cenerentola" ihr Scala-Debüt. Weitere Rollen waren u.a. Cherubino in "Le Nozze di Figaro", Rosina in "Il Barbiere di Siviglia", Idamante in "Idomeneo", Sesto in "La Clemenza di Tito", Octavian im "Rosenkavalier". Aber auch Musik vom Beginn des 20. Jahrhunderts sowie zeitgenössische Musik steht Joyce DiDonato aufgeschlossen gegenüber. 2002 sang sie in Heggies "Dead Man Walking" an der New York City Opera und gab außerdem ihr Debüt an Londons Covent Garden in Janáceks "Das schlaue Füchslein".
Für Virgin Classics hat Joyce DiDonato bereits mehrere CDs aufgenommen: Nach "Amor e Gelosia" (Duette und Arien von Händel; zusammen mit Patrizia Ciofi unter Alan Curtis) folgte 2005 die Titelpartie in einer Neueinspielung von Händels "Radamisto" sowie ihre Mitwirkung in der Neuaufnahme von Berlioz' "Benvenuto Cellini". Letztere wurde mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik 2005 ausgezeichnet sowie 2006 für den "Premio del Disco" des italienischen Fachmagazins Amadeus nominiert. Joyce DiDonatos erstes Virgin Classics-Album als Exklusiv-Künstlerin "Furore" mit Opernarien von Händel erschien 2008. Die enthusiastisch rezensierte CD wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit einem Preis der deutschen Schallplattenkritik und Anfang 2010 einem Midem Classical Award.
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