Grant Gees Dokumentation über Joy Division ist zweifellos eine großartig recherchierte Arbeit - besser als Corbijns "Control" ist diese Doku allerdings auf keinen Fall. Beide Filme ergänzen sich wunderbar.
Ja, es stimmt, etwas mehr Musik, etwas weniger Interviews wären sicher sinnvoll gewesen, aber egal.
Die Dokumentation beginnt mit einer Darstellung der Stadt Manchester (musikalisch untermalt durch "Exercise One") und beschreibt dann anhand von Interviews (vor allem von New Order, aber auch von vielen Zeitgenossen aus der Factory-Szene) und Konzertmitschnitten den Werdegang der Band: Von den Warsaw-Punksongs bis hin zu "Closer".
Sehr berührt haben mich die Darstellungen von Hooky, Barney und Steve Morris über die Nachricht des Suizids; wie jeder von ihnen auf unterschiedliche Weise damit umgegangen ist.
Ebenso interessant (war mir gar nicht klar gewesen), die atmosphärische Bedeutung der Stadt Manchester für das Zustandekommen von "Unknown Pleasures".
Peter Saville, Tony Wilson, Annik Honore beschreiben ihre Liebe und tiefe Verbundenheit zu Joy Division, irgendwann (da war ich etwas überrascht) taucht sogar Genesis P.Orridge auf ( Industrialpapst und Chef von Throbbing Gristle und Psychic TV)- seit einigen Jahren übrigends FRAU Orrigde, und berichtet, in sehr traurigen Worten von Begegnungen mit Ian Curtis.