Mit den Scheiben von E.C. ist das manchmal so eine Sache: Bei einigen fragt man sich, was den Meister bei der Aufnahme wohl umtrieb, bei anderen zieht man den chapeau und freut sich. Immerhin sind halbe Sachen nicht des Meisters Sache. Das Album "Journeyman" ist eine ganze Sache und wird von Clapton selbst als eines seiner besten Alben eingestuft. Vom Niveau hält das Album Augenhöhe mit der legendären "Ocean Boulevard" Aufnahme, die Gitarre auf Journeyman ist sogar noch besser. Es gibt schlichtweg alles auf der "Journey": Etwas Blues mit einem Hauch Jazz kennzeichnet den Ray Charles Klassiker "Hard Times". Etwas Blues mit einem gehörigen Hauch Soul kennzeichnet "Bad Love" und viel Soul mit einem Hauch Blues kennzeichnet "Breaking Point". Interessant ist bei diesem Stück, dass Clapton hier das gute alte Wah-Wah Pedal rehabilitiert hat. Viele Gitarristen in den 90iger Jahren haben das Gerät darauf für sich wieder entdeckt. Man nimmt den Mund deshalb nicht voll, wenn man die Scheibe als Meilenstein ansieht. Die prominenten Begleiter werten das Ganze noch auf: Bei Bad Love spielt Phil Collins ein exzellentes Schlagzeug, Robert Cray steuert seine Gitarre auf den (mittlerweile) Klassiker "Bad Love" bei und man hört auf der Scheibe eine der letzten Taten des verstorbenen George Harrison. Die Kombination aus Blues mit einer Prise Soul und Rock bzw. umgekehrt wirkt durchgängig gelungen.